Montagsdemo in Führung!

Ein ungewöhnliches Spektakel bei der 237. Montagsdemo: Nach der Kundgebung war die Aufstellung fertig, die Demo zog los, mit Sonnenschein und dem breiten Transparent voran - nur die Polizei hatte den Einsatz verpasst.

 

An der Kirchstraße holten die Beamten auf und verlangten mit der Begründung: “Engpass beim Personal, Einsatzleitung fehlt”, die Montagsdemo dürfe nicht weitergehen. Prompt bekamen sie von uns ein Ständchen: "Wenn nicht jetzt, wann dann ...", mit Applaus aus den umliegenden Gaststätten. Von unserer Forderung, weiter zu demonstrieren, rückten  wir nicht ab und informierten die Öffentlichkeit über den ungeheuerlichen Vorgang, unsere angemeldete, ordnungsgemäße Veranstaltung zu behindern. Ob die Montagsdemo nicht einfach so losgehen kann, ohne polizeiliche Führung, wie die Polizei monierte, zeigte sich in der Praxis überzeugend: sie kann, und sie kann auch vieles mehr. Schon bei der WM hatte sie, bei personellen Engpässen der Polizei, ihren Weg mit eigenen Ordnern meisterhaft durch die Innenstadt gemacht. Die Montagsdemo ist eben zuverlässig, kompetent und unaufhaltsam. Die Polizei lenkte schließlich ein, und die Demonstration zog weiter.

Ein heißes Thema am offenen Mikrofon war die bevorstehende Mai-Demonstration. Die traditionelle Aufstellung am Musiktheater und Zug durch die Ringstrasse hat der  DGB verlegt zum Bahnhofsvorplatz. Als Begründung dient eine Baustelle am Musiktheater, die es schon längst nicht mehr gibt. Wie eine Abstimmung einmütig zeigte, sind die Montagsdemonstranten keineswegs mit einer Beschneidung der Route einverstanden. Ausgerechnet den Weg über die Ringstraße zu streichen, finden sie falsch: hier wohnen doch die Familien, die arbeitende Bevölkerung, die den internationalen Tag der Arbeit mit feiern! Als Hintergrund wurde am offenen Mikrofon diskutiert, ob nicht eher die Krisengespräche mit Kanzlerin und Gewerkschaftsspitzen der Hintergrund für die Änderung der Mai-Demonstration sind  - der Deckel soll auf die Widersprüche, die Massenentlassungen und Weltwirtschaftskrise hervorrufen. Widerstand ist aber auf der Tagesordnung gegen die Krisenprogramme europaweit - und der gehört auch auf den 1. Mai.  Die Teilnehmer werden sich auf jeden Fall wie jedes Jahr um 9.30 Uhr am Musiktheater treffen und über die Ringstrasse zum Platzkonzert des DGB demonstrieren. 

Am 27. April 2009 ab 18.00 Uhr beginnt die Kundgebung der 238. Montagsdemo in Gelsenkirchen auf dem Platz der Montagsdemo, ehemals Preuteplatz. Danach geht die Demonstration durch die Straßen in der Innenstadt.

 

Mit freundlichen Grüßen

i.A. der Bürgerbewegung

Martina Reichmann

 

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