Delegiertenkonferenz der Montagsdemo-Bewegung: Helfen, die Kräfte des Widerstands gegen die Regierung zu bündeln

15.03.10 - "Da wackelt nix, wir geh'n nach vorn!" - so das kurze Resümee eines Delegierten aus Lübeck über Verlauf und Ergebnis der 8. Delegiertenkonferenz der bundesweiten Montagsdemos. 97 Delegierte, die 50 Montagsdemos aus der ganzen Republik vertraten, und 38 Gäste kamen am Samstag, den 13. März in Kassel zusammen.

Schon mit der Begrüßung wurde klar: der Eiertanz der Regierung, Arbeiter- und Volkskämpfe gegen ihre Politik so lange wie möglich zu vermeiden, wird über kurz oder lang ein Ende haben. Sie wollen mit uns letztlich nicht anders verfahren als mit der Bevölkerung in Griechenland. "Das sollen sie nur wagen! Wir sind bereit!" Von diesem Selbstbewusstsein waren die meisten der 43 Wortbeiträge an den drei „offenen Mikrofonen“ im Saal geprägt.

"'Die Montagsdemobewegung ist sich ihrer gesellschaftlichen Rolle als soziales Gewissen, Plattform für den Protest gegen die Regierung und Organisator der Solidarität mit den Kämpfen in den Betrieben und auf der Straße bewusst und gut aufgestellt' - das war der Tenor der Versammlung", heißt es in der Pressemitteilung der Koordinierungsgruppe zur Konferenz. Engagiert wurde der Tätigkeitsbericht der Koordinierungsgruppe diskutiert: „Natürlich sind wir noch viel zu wenig. Da hat der Tätigkeitsbericht recht. Aber wir haben seit sechs Jahren gelernt, jede Woche durchzublicken, jede Woche zu organisieren und zu reden, uns jede Woche mit vielen anderen Menschen zusammenzuschließen. Das wird uns sehr zugute kommen bei dem, was auf uns zukommt.“

Die im Tätigkeitsbericht der Koordinierungsgruppe genannten Schwächen der Arbeit – wie in der Homepage- und Bündnisarbeit – wurden offen erörtert und schöpferisch verbunden mit den Erwartungen der Delegierten. So ergab sich ein Bild, wie es weitergehen soll. Die Aufgabe der Koordinierungsgruppe sei es, den Erfahrungsaustausch unter den Montagsdemos laufend und lebendiger als bisher zu organisieren. Die Montagsdemos erwarten zudem zukünftig auch ein offensiveres Auftreten der bundesweiten Montagsdemo in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit. "Mischt euch mehr ein!"

Klar wurde in der Debatte, dass die Montagsdemonstrationsbewegung in ihren Bemühungen um Bündnisse mit anderen Bewegungen, Organisationen, Parteien und Initiativen einen Zahn zulegen muss und kann, um mitzuhelfen, die Kräfte des Widerstands gegen die Regierung zu bündeln. Immer wieder in den letzten Monaten wurde von verschiedenen Seiten - von den Milchbauern, in Siemens-Betrieben, beim Protest gegen Stuttgart 21 usw. die Protestform der Montagsdemobewegung gewählt. In erster Linie geht es um die Festigung der Einheit der Montagsdemo-Bewegung mit der Arbeiterbewegung. Aber es gilt auch, auf die Jugendbewegung, die Frauen, Sozialbündnisse, Parteien, Organisationen und Initiativen zuzugehen und sich mit ihnen im Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten zu verbinden.

Die Delegiertenversammlung beschloss, die Herbstdemonstration gegen die Regierung in Berlin am 16. Oktober 2010 durchzuführen. Vor allem zu deren Vorbereitung sollen künftig bundesweite Aktionstage aller Montagsdemos mit einheitlichem Themenvorschlag und gezieltem Austausch von Argumenten, Material usw. durchgeführt werden. 18 Mitglieder für die Koordinierungsgruppe und zwei Revisoren wurden mit großer Mehrheit gewählt.

Aus Anlass des Generalstreiks am Dienstag in Griechenland wurde den Montagsdemonstrationen für heute Abend empfohlen, den Kampf der griechischen Volksbewegung ebenso bekannt zu machen wie die Solidaritätserklärung der 8. Delegiertenkonferenz der bundesweiten Montagsdemo an das rebellische griechische Volk.

Hier der Text der Solidaritätserklärung zum Download

Hier die Pressemitteilung der bundesweiten Montagsdemo-Bewegung zur 8. Delegiertenkonferenz

(aus RF-news.de)

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