30.7.08 - Montagsdemo gibt Merkel Nachhilfe in Sachen Energiekosten

Pressemitteilung der Montagsdemo

Die 201-ste Montagsdemo bewies mit rund 80 Teilnehmern und  vielen Zuhörern auf der Bahnhofstraße, dass Hartz IV und die Regierungspolitik alles andere als “geschluckt” sind.

Die dreiste Lüge von Angela Merkel, Hartz IV-Betroffene hätten mit der kompletten Erstattung aller Heiz-und Stromkosten ein warmes Nest, wurde am offenen Mikrofon auseinandergepflückt. “20,74 Euro für Heizkosten bekommen sie. Der Satz müsste dringend erhöht werden! Die Erhöhungen, die den Energiekonzernen satte 10 Milliarden Extraprofit bringen, müssen die Hartz IV-Empfänger aus ihrem Satz berappen. Also zum Beispiel ihr Essen um 0,60 Euro auf 3,21 Euro pro Tag reduzieren.” Ob so ein Lebensstil nach Merkels Gusto wäre?

“Auch die Haushaltsstrompauschale ist lächerlich. Wenn man die zur Zeit 6,56 Euro umrechnet, haben die Menschen in Hartz IV die Wahl – einmal täglich duschen oder drei Mal Hände waschen. Vollbad ist unerschwinglich. Nur knapp die Hälfte des tatsächlichen Strombedarfs sind überhaupt gedeckt”, führte ein Teilnehmer aus. Körperhygiene, warmes Essen, Radio, Fernsehen – das sind nach Meinung der Montagsdemonstranten wahrhaft kein Luxus. Ein Hungerzuschlag von 50 Euro jetzt, sofort und gleich für alle ALG-II-Bezieher und Niedrigstverdiener ist mehr als geboten!

Ein Leiharbeiter, der eh schon für einen Hungerlohn arbeiten muss, kriegte von seiner Leiharbeitsfirma in einem Monat 500 Euro zu wenig ausgezahlt. “Jetzt weiss keiner, wo das Geld geblieben ist, das Arbeitsamt fühlt sich nicht zuständig, der Vermieter sitzt mir im Nacken, und unserer Familie fehlt das Geld”, berichtete er. Wie gehen die Leiharbeitsfirmen mit den Menschen um, solen sie ihren Lohn demnächst noch als Osterüberraschung suchen?

Eine alte Dame mischte sich in die Diskussion mit warnenden Worten ein: “So eine Situation mit einer horrenden Massenarbeitslosigkeit haben wir schon einmal gehabt. Die Faschisten haben das damals für ihre Demagogie genutzt, so etwas darf nicht noch einmal kommen. Wir müssen alle wachsam sein und das verhindern!”

Die Montagsdemo begleitete Wolfgang Meyer, Ratsfraktion AUF/Die Linke in Gelsenkirchen, letzte Woche zu seinem Prozess. Über den erstrittenen Erfolg freuten sich alle, dass wer ein alter Nazi ist, auch so genannt werden darf, und auch ein Kevin Hauer sich das gefallen lassen muss. Der Maulkorb ist wieder ab.

Am 4.8.2008 ab 18.00 Uhr beginnt die Kundgebung der 202. Montagsdemonstration in Gelsenkirchen auf dem Platz der Montagsdemo, ehemals Preuteplatz. Im Anschluss demonstrieren wir durch die Straßen der Innenstadt.

Danach findet mit allen Interessierten die öffentliche Auswertung und die Vorbereitung der 4-Jahresfeier am 11.8.2008 statt, Treffpunkt ist  im Frauentreff Courage, Ringstr. 71.

 

Mit freundlichen Grüßen

Martina Reichmann

i.A. der Bürgerbewegung

 

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