Pressemitteilung zur Demonstration am 10.1. und dem WAZ-Artikel vom 12.1.

Die am 10.01.2009 in Gelsenkirchen durchgeführte Demo gegen die israelische Aggression im Gaza-Streifen war ein großer Erfolg. Auf dem Marsch durch die Innenstadt beteiligten sich über 1000 Menschen und bei der Kundgebung auf dem Heinrich-König-Platz hörten den RednerInnen ca. 500 Menschen aufmerksam zu.

Die Veranstaltung hatte auch den Sinn, mit einem breiteren Bündnis mehr Menschen für die Solidarität mit dem palästinensischen Volk zu gewinnen. Wir konnten beobachten, dass Araber, Türken, Kurden und Iraner mit und ohne deutschen Pass friedlich mit ihren deutschen Nachbarn demonstrierten und sich Tee und Kaffee bei Minustemperaturen teilten. Es wurde von Anfang an geklärt, dass faschistische und rassistische Äußerungen keinen Platz haben.

Die umsichtige Moderation von Monika Gärtner-Engel (AUF) und Karl-Heinz Strohmeier (PWG) war maßgeblich für eine friedliche und gemeinsame Demonstration so unterschiedlicher Kräfte. Das wurde von zahlreichen Teilnehmern sehr gelobt. „Schlagkräftig“ und „martialisch“ (wie im WAZ-Artikel behauptet) war hier nichts. Ist es denn ein Wunder, wenn tiefe Emotionen arabischer Teilnehmer zum Ausdruck kommen, angesichts von bisher fast tausend Toten in Palästina, davon die Hälfte Frauen und Kinder? Die mitgetragene Babypuppe mit roter Farbe (und nicht „blutverschmiert“) war ein Zeichen der Trauer darüber. Warum verlässt der WAZ-Artikel hier Sachlichkeit und Einfühlungsvermögen?

Anders als in der WAZ dargestellt gab es zahlreiche deutsche Teilnehmer. Vertreter aus dem linken Spektrum Gelsenkirchener Kommunalpolitik, Gewerkschafter und andere trugen zur Organisierung bei. Bei der Kundgebung sprach Wail Abdel-Khani als Vertreter des Arbeitskreises Palästina NRW. Desweiteren redeten für die DKP Rolf Jüngermann, für den „Arbeitskreis Kommunales Die Linke“ Wolfgang Meyer, für die MLPD Toni Lenz, für die Freidenker Anna Bartholome. Peter Reichmann (Mitglied BR Pilkington) trug mit einem Lied zur internationalistischen Stimmung bei. Als gegen 14.30 Uhr die Demo beendet wurde, gab es bis dahin keinen einzigen Zwischenfall. Alle Redebeiträge waren frei von Hass und bezogen sich auf die unerträgliche Lage in Gaza und auf Kriegsverbrechen der israelischen Armee und ihrer Befehlshaber, bzw. der PolitikerInnen, die sie unterstützen. Es wurde der Abzug Israels aus Gaza gefordert und die Öffnung der Grenzen. 

Wenn hinterher Polizisten mit Schneebällen beworfen wurden, kann das nicht der Demo angelastet werden. Wir fragen uns allerdings, weshalb das so herausgestellt wird. Soll hiermit eine negative Stimmung gegen die Veranstaltung erzeugt werden?

 

Mit freundlichen Grüßen und der Bitte um Veröffentlichung!

Karl-Heinz Strohmeier / für die Demo-Koordinierung,

sowie Toni Lenz und Rolf Jüngermann

 

Artikelaktionen