Rote Fahne berichtet über Küppersbusch: Proteste gegen "Sterben auf Raten"

Am 22. Dezember begann die Mahnwache mit zirka 120 Teilnehmern vor dem Werkstor bei Küppersbusch als Protest gegen die Entlassung von 74 Kollegen.

Nach gescheiterten Gesprächen am so genannten runden Tisch versucht die Geschäftsführung nun Entlassungen durchzusetzen - wer davon betroffen ist, wurde auf der Betriebsversammlung am 18. Dezember nicht bekannt gegeben. Noch ist die Belegschaft in der Diskussion, wie sie auf den Angriff auf ihre Arbeitsplätze reagiert - klar war allen, dass allein eine symbolische Aktion wie eine Mahnwache nicht reicht.

Doch zu begrüßen war die gemeinsame Aktion vor dem Tor von ehemaligen Küppersbusch-Kollegen, Vertretern aus Betrieben von TKS (Stahlbetrieb), von Bogestra-Kollegen, IG-Metall, Ver.di, IG BCE, der MLPD, der Linkspartei, KAB und SPD-AfA gegen den Angriff des TEKA-Konzerns.

Zu Anfang stellte der Industrie- und Sozialpfarrer Dieter Heisig das "Kreuz der Arbeitslosigkeit" auf. Der ehemalige Betriebsratsvorsitzende von Küppersbusch, Manni Behrens, erinnerte an die Erfahrungen aus dem einwöchigen Streik 1982 und schlug das auch heute als richtiges Kampfmittel zum Erhalt der Arbeitsplätze vor. "Damals wurden viele Solidaritätsspenden gesammelt, so gar Kinder gaben was"

Der frühere IGM-Sekretär Alfred Schleu appellierte erneut an die Geschäftsleitung, "an den Verhandlungstisch zurückzukehren" und keine "betriebsbedingten Kündigungen" vorzunehmen; dafür sollten die Arbeiter und Angestellten in den nächsten Jahren auf sage und schreibe 15 Millionen Euro verzichten!

Toni Lenz, Kreisvorsitzender der MLPD, sprach sich gegen jeden weiteren Lohnverzicht der Belegschaft aus. Letzterer war seit jeher verbunden mit Arbeitsplatzabbau, in einem Betrieb, der einmal über 2.000 Beschäftigte hatte. Er betonte: Nur solidarisch im gemeinsamen Streik für jeden Arbeitsplatz und gegen Lohnsenkung werden die Kollegen Erfolg haben. Die MLPD wird ihnen dabei von ganzem Herzen zur Seite stehen. So wie sie die Küppersbuscher seit über 25 Jahren kennen.

Die Solidaritätsresolution der MLPD wurde gern genomen.

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