1. Mai: Im Zeichen des Kampfes gegen Hunger und Entrechtung, für politische Freiheit und Sozialismus

Der 1. Mai beginnt in Gelsenkirchen traditionell mit einer Kundgebung der kämpferischen Opposition vor dem Musiktheater. Vor Anfangs 100, später bis zu 350 Zuhörern sprachen u.a. kämpferische Gewerkschafter, Vertreter von MLPD, REBELL, Courage und Einzelpersonen am offenen Mikrofon.

Viele hatten sich so ihre Gedanken gemacht über die zunehmenden Hungersnöte und Hungerrevolten.

"In was für einer Welt leben wir denn, dass die Menschen vor vollen Regalen verhungern müssen“ fragten sich viele, und mehrere sprachen sich für den Kampf für eine sozialistische Perspektive als grundsätzliche Lösung aus.

Kritisch beleuchtet wurden auch die Rolle der Gewerkschaften und die Tarifabschlüsse der letzten Wochen.

Zwar liegen die Abschlüsse z.T. deutlich über denen der letzten Jahre, aber was wäre erst möglich gewesen, wenn die volle Kampfkraft der Kollegen zum Einsatz kommt?

Ein Kollege aus dem Bergbau erklärte, dass der Abschluss erst durch die Angst sowohl der RAG als auch der IGBCE-Führung vor einem Streik zustande kam.

Zuhörer 1

 
 

Rentner

 

1.Mai 35 STD

 

RF_Leser

Auf dem Platz und bei der anschließenden Demonstration des DGB war ein vielfältiges Spektrum vertreten. Zu sehen waren u.a. die MLPD, der Jugendverband REBELL und die ROFÜCHSE, die Montagsdemonstration, AUF Gelsenkirchen, DIDF, ver.di, IG Metall, IGBCE, die DGB-Jugend, die Falken, die Linkspartei, der Verein Alternative, der Frauenverband Courage, die VVN und Vertreter der Kirchen. Es nahmen ca. 1500 Menschen an der Demonstration teil.

Couragestand

1.Mai am Stand

 Zuhörer 2
1.Mai Haupttransparent

Der DGB hatte die Demonstration unter das Motto „Gute Arbeit muss drin sein“ gestellt. So wenig konsequent wie das Motto war auch die Rede von Hans-Jürgen Urban vom IG-Metall-Vorstand. Zwar kam auch er zu dem Schluss, dass hier einiges schief läuft, wenn trotz sprudelnder Unternehmergewinne Menschen nicht mehr von ihrer Arbeit leben können.Dennoch war er im Einklang mit der anwesenden SPD-Lokalprominenz sehr um Rettung der „sozialen Marktwirtschaft bemüht“. 

Nelken_Kinder

Oberbürgermeister Baranowski trat, ohne rot zu werden, als Freund der Gewerkschaften auf, ohne ein Wort zur vorzeitigen Schließung des Bergwerks Lippe und der Vernichtung tausender Arbeitsplätze zu verlieren. In seinem Grußwort ließ er indirekt durchblicken, der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst sei vor allem ein Beitrag zur Sicherung des „sozialen Friedens“ gewesen.

Die geringere Teilnehmerzahl ist deshalb auch nicht in erster Linie Ausdruck des Desinteresses am 1. Mai als Kampftag der Arbeiterklasse, sondern eher Ausdruck des Desinteresses an derart weichgespülter Klassenzusammenarbeits-Politik á la SPD.

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