Bayer plant Giftpipeline von Köln bis Gelsenkirchen

Aus RF-News: 06.02.08 - Seit Monaten entwickelt sich heftiger Protest in der Bevölkerung gegen das Vorhaben des Bayer-Konzerns, eine Pipeline zu verlegen, mit der das hochgiftige Kohlenmonoxid (CO) von Dormagen zum Bayer-Werk in Krefeld-Uerdingen transportiert werden soll.

Die Bürgerinitiativen gegen den Pipeline-Bau haben errechnet, dass bei einem großen Bruch oder Leck Hunderttausende vergiftet werden könnten, zumal die Pipeline durch dicht besiedeltes Gebiet führt.
 
CO ist ein Gas, das insbesondere für die Kunststoffproduktion Verwendung findet. Es entsteht bei fossiler Verbrennung und ist in konzentrierter Form hochgiftig, aber für Betroffene kaum zu erkennen, weil es geruchsfrei ist. In Wohnungen gab es durch schlecht belüftete Öfen schon tödliche Unfälle mit diesem Gas. Bisher wird das Gas nach dem Grundsatz, dass solche Giftstoffe möglichst nicht transportiert werden sollten, in den jeweiligen Produktionsstandorten vor Ort produziert.

Angeblich reicht die CO-Menge, die bisher in Uerdingen aus Kohle gewonnen wird, nicht aus und es ist billiger, das Gas quer durchs Land zu schicken, als es jeweils vor Ort zu produzieren. Nun soll das Gas von Linde und Praxair im Chemiepark Dormagen produziert und dann mit der Pipeline an die betreffenden Produktionsorte transportiert werden. Mit erpresserischen Argumenten, dass ein Stopp des Pipelinebaus die Arbeitsplätze in Uerdingen gefährden würde, sollen die Belegschaften weich geklopft und gegen die Protestinitiativen aufgebracht werden.  

Mit Informationskampagnen und Demonstrationen setzt sich die Bevölkerung gegen den Bau zu Wehr. Über 78.000 Unterschriften wurden bereits gesammelt. Am 17.12.07 erklärte das Oberverwaltungsgericht Münster, die Pipeline dürfe zwar weiter gebaut, aber vorläufig nicht in Betrieb genommen werden - ein wichtiger Teilerfolg des Protests.
Bereits im März 2006 hatte der nordrhein-westfälische Landtag einstimmig eine "Lex Bayer" verabschiedet, die den Pipeline-Bau und alle dazu von Bayer erwünschten Enteignungen legalisierte. Am 9. Januar 2008 lehnten CDU und FDP im Umweltausschuss des Landtages dann eine Gesetzesvorlage der Grünen ab, die dieses Enteignungsgesetz rückgängig machen sollte. Die SPD, die in ihren Ortsvereinen bisher gegen die Pipeline gesprochen hatte, fiel um und ihre Vertreter enthielten sich der Stimme.  

Dabei wurde aber auch bekannt, dass die Bayer-Pläne weiter gehen. In der "Lex Bayer" heißt es nämlich, dass der jetzige Pipeline-Bau "darüber hinaus perspektivisch die Voraussetzung (bildet), die Chemieparks im nördlichen Bereich (Scholven und Oberhausen) und im südlichen Bereich (Wesseling/Godrof) zu einem Kohlenmonoxid/Synthesegasverbund zu verknüpfen". Nach Angaben der Bürgerinitiativen wird bereits an den Plänen zur Weiterführung der Giftpipeline von Bayer-Uerdingen über Neukirchen-Vluyn, Walsum, Gladbeck bis zum BP-Standort in Gelsenkirchen-Scholven gearbeitet.

Der Widerstand gegen dieses hochgefährliche Unterfangen muss deshalb entsprechend erweitert werden.

Weitere Informationen unter anderem unter: www.stopp-co-pipeline.de


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