Antifaschistische Aktionseinheit verbreitert sich

Bereits am Samstag, den 29.September hatten in Gelsenkirchen über 500 Menschen gegen einen Aufmarsch der faschistischen „freien Nationalisten NRW“ am Bahnhof Buer protestiert und deutlich gemacht: Faschistische Organisationen und die Verbreitung faschistischen Gedankengutes gehört verboten! Gelsenkirchen ist antifaschistisch!

Heute, am 03.10.07 kamen die „freien Nationalisten NRW“ zum zweiten Mal nach Gelsenkirchen-Buer. Sie waren deutlich weniger, als am Samstag. Sie hatten Christian Worch dabei, einen führenden Neofaschisten. Er ist bekannt dafür, dass er 1992 in Rostock Lichterhagen maßgeblich Brandanschläge gegen Migrantenwohnungen koordiniert hat. Selbst die WAZ titelte dieses Ereignis als ein Marsch eines „kleinen Häufchens“. Im Süden, an der Freiheit veranstaltete das Bündnis gegen Rechts eine Kundgebung mit ca. 150 – 200 Teilnehmern. Im Norden hatte ein Aktionsbündnis aus dem Wahlbündnis AUF Gelsenkirchen, Courage, REBELL, Montagsdemo und MLPD eine Kundgebung angemeldet und außerdem die Falken. Hier versammelten sich ca. 250 – 300 Menschen. Es gibt keinen Zweifel daran: dass die Faschisten überhaupt einen einzigen Schritt gehen konnten, lag nur daran, dass sie von einem massiven Polizeiaufgebot geschützt wurden. Anwohner und Antifaschisten forderten empört den Abzug der Polizei und der Filmwagen – die vor allem die Antifaschisten filmten und bespitzelten, statt die Faschistendemo zu verbieten.

 

Antifa 3.10. HasselAm Vorabend gab es in Hassel, dem angrenzenden Wohngebiet  ein Treffen verschiedener Kräfte im antifaschistischen Kampf – von Jugendlichen aus dem Jugendzentrum Bonni, Falken, Anwohnern, Bündnis gegen Rechts, AUF, Courage, MLPD, Montagsdemo, REBELL. Es wurde eine Zusammenarbeit verabredet. Das war ein wichtiger Schritt nach vorn, eine gewisse Spaltung der antifaschistischen Bewegung in Gelsenkirchen aufzubrechen. Sie geht maßgeblich von der sogenannten „demokratischen Initiative“ aus, einem Bündnis der bürgerlichen Parteien, die jegliche Zusammenarbeit mit linken Kräften und vor allem der MLPD ablehnen. Dieses trat heute gar nicht in Erscheinung mit der Begründung, man müsse ja nicht jedes Mal, wenn die Faschisten kommen, Kundgebungen machen. Das ist wirklich ein Armutszeugnis! Im Stadtteil waren Einladungszettel für die Kundgebungen der Falken und dem Aktionsbündnis, in dem die MLPD mitarbeitet, verbreitet worden. Überall standen Gruppen von Anwohnern. Viele von ihnen erklärten am offenen Mikrofon unserer Kundgebung, warum sie keine Faschisten in ihrem Stadtteil – aber auch nicht anderswo sehen wollen. Gleichberechtigt sprachen Vertreter von Antifa, AUF, Courage, MLPD, Montagsdemo, REBELL. Antifa 3.10.2007_02 HasselViele Gewerkschaftsmitglieder meldeten sich zu Wort und deckten den arbeiterfeindlichen Gehalt der Politik der freien Nationalisten auf. Vor der Barriere fanden sich diese Kräfte dann zusammen mit den Falken und autonomen Jugendlichen der Antifaschistischen Aktion. Man hörte sich gegenseitig zu, rief abwechselnd Parolen. Es  sprachen auch Vertreter der Antifaschistischen Aktion an unserem offenen Mikrofon. Faschismus ist eine Herrschaftsmethode des Monopolkapitals – er hat vor allem den Zweck die Arbeiterbewegung, die fortschrittlich-demokratischen Kräfte und die Kommunisten zu unterdrücken, wenn deren Widerstand anfängt revolutionären Charakter anzunehmen. Das lehrt uns die deutsche Geschichte von 1933. Der Kampf für den echten Sozialismus ist darum ein wesentlicher Bestandteil des antifaschistischen Kampfes. Der moderne Antikommunismus, der versucht den antifaschistischen Widerstand zu spalten, hat heute eine Niederlage erlitten. Damit ist die Auseinandersetzung um eine gleichberechtigte Zusammenarbeit aller antifaschistischen Kräfte in Gelsenkirchen sicher nicht beendet – doch ein wichtiger Weg ist beschritten. Im Anschluss wurde aus den Reihen von SPD-Mitgliedern der Vorschlag gemacht, doch zukünftig in Gelsenkirchen gemeinsam einen antifaschistischen Aktionstag zu machen, mit Ständen, Kundgebungen, Aufklärungsarbeit. Dieser Vorschlag wird zu diskutieren sein.

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