Nazis haben in Gelsenkirchen nichts verloren!

Die etwa 100 Anhänger der „freien Nationalisten NRW“ sahen sich gestern einem breiten Protest der Gelsenkirchener Antifaschisten gegenüber. An den 4 Gegenveranstaltungen der Antifaschisten beteiligten sich aktiv mindestens 500 Menschen. Hunderte verweilten an den verschiedenen Veranstaltungsplätzen und brachten in den Diskussionen zum Ausdruck – „Die Nazis haben in Gelsenkirchen und sonstwo nichts verloren – heute und auch in Zukunft nicht“.

Zu den Gegenveranstaltungen hatten aufgerufen eine Aktionseinheit aus Montagsdemonstration, Courage, AUF-Gelsenkirchen, der MLPD und ihrem Jugendverband REBELL, die Antifaschistische Aktion, die Falken und des weiteren die Demokratische Initiative – maßgeblich geführt von den bürgerlichen Parteien im Rat und von OB Baranowski (SPD). Sie grenzen jedoch linke Kräfte aus und spalten damit die antifaschistische Aktionseinheit.

Trotz strömendem Regen führten etwa 150 feste und zeitweilige Teilnehmer unserer Aktionseinheit auf der Einkaufsstraße in Gelsenkirchen-Buer eine Kundgebung mit offenem Mikrofon durch. In vielen Redebeiträgen wurde daran erinnert, dass bereits zur Fußballweltmeisterschaft die Nazis am entschiedenen Widerstand von mehr als 6000 Demonstranten scheiterten. Auch wenn die Festnahmen von vier Faschisten wegen Nazi-Schmierereien in den zurückliegenden Wochen begrüßt wurden, so kritisierten  viele Redner die Polizei, die den Nazi-Aufmarsch erlaubt hatte. Was Not tut,  ist eine ständige Aufklärung über die wahren Ziele der Faschisten, die sich wortradikal gegen Hartz-Gesetze wenden, aber in Wahrheit entschiedenste Feinde der revolutionären Arbeiterbewegung und aller fortschrittlichen Kräfte sind. Eltern und Lehrer forderten mehr antifaschistische Aufklärung in den Schulen und ein sofortiges Verbot aller faschistischen Parteien und Organisationen und der Verbreitung ihres Gedankenguts.  Auch OB Baranowski stand in der Kritik, denn statt für ein entschiedenes Verbot der Demonstration einzutreten, vertritt er, dass man gegen den Aufmarsch der Nazis nichts machen könne, da es ja ihr „demokratisches Recht“ sei!  Dagegen sprachen sich Teilnehmer der Gegenveranstaltungen aus – „Faschismus ist keine Meinung – sondern ein Verbrechen“, und den Feinden der Demokratie dürfen keine demokratischen Rechte zugestanden werden.

Nach den verschiedenen Kundgebungen der Antifaschisten versammelten sich etwa 160 Menschen, um gegen die Hetzreden der Faschisten lautstark zu protestieren. Unter anderem die MLPD, mit dem Transparent „Für das Verbot aller faschistischen Organisationen“. Empörend war, dass die Polizei den Naziaufmarsch mit hunderten Einsatzkräften weiträumig „absicherte“ und ganze Stadtteile absperrte, was letztlich erst den Umzug der Nazis ermöglichte. Die Antifaschisten wurden an zahllosen Stellen  am Weitergehen gehindert und sahen sich unzähligen Bespitzelungen ausgesetzt – das bestärkte viele darin,  an der Einheit der Antifaschisten in Gelsenkirchen weiter zu arbeiten, denn bis heute ist es noch nicht gelungen, eine einheitliche überparteiliche Zusammenarbeit zu verwirklichen. Dazu muss der Antikommunismus bekämpft werden.

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