Kämpferische 1.Mai-Demonstration

Etwa 3500 Menschen folgten dem Aufruf des DGB bei herrlichstem Sonnenschein zu Demonstration und anschließender Kundgebung. Wortradikal meldete sich OB Baranowski (SPD) in einer Grußadresse an die Zuhörer und prangerte das „ungezügelte Profitstreben“ an – er forderte das Primat der Politik ein, „vergaß“ aber schlicht weg, dass gerade unter Führung der SPD die Agenda 2010 eingeführt wurde.

Sie war ja der Wegbereiter der weiteren „ungezügelten“ Ausbeutung des Kapitals und dass wir in Staatsmopolistischen Kapitalismus leben spielt für ihn auch keine Rolle.

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Gastredner Schäfers von IG Bauen-Agrar-Umwelt forderte seine eigene Partei (SPD) dazu auf die Rente mit 67 wieder rückgängig zu machen. Dafür erhielt er große Zustimmung, doch ob die Anwesenden seiner anschließenden Wahlwerbung folgen werden, bleibt eher zweifelhaft. Zustimmung bekam er immer dann, wenn er gegen die „Errungenschaften der Agenda 2010“ wetterte und die Geschlossenheit der Beschäftigten heraus forderte.

Zuvor hatten bereits die kämpferischen Kräfte Gelsenkirchens mit einer Auftaktkundgebung und Demostrationszug mit etwa 180 Teilnehmern den 1.Mai 2009 in ihren kurzen Ansprachen eingeordnet:

Stefan Engel als Vertreter der MLPD betonte, dass mit einem Bruchteil der 50 Billionen Dollar, die bereits bis heute in der Wirtschaftskrise vernichtet wurden die Menschheitsbedrohende Umweltkrise und der weltweite Hunger gestoppt werden könnte. Menschenwürdige Lebensverhältnisse ohne Krisen in der ganzen Welt wären bezahlbar, doch das Profitsystem des Kapitalismus steht dem im Wege. Deshalb ist gerade der 1.Mai ein Tag an dem für den echten Sozialismus gekämpft werden muss.

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Gewerkschafter aus Gelsenkirchener Betrieben, der Frauenverband Courage und der Jugendverband REBELL prangerten an, dass die Wirtschaftskrise besonders auf dem Rücken der Arbeiter, Frauen und der Jugend ausgetragen wird.

Nur noch ein Bruchteil der Betriebe bildet überhaupt aus und nach der Ausbildung sind es vor allem junge Menschen, die in die Leiharbeit gezwungen werden, die dann auch als erste ihren Arbeitsplatz verlieren. Eine zentrale Forderung ist deshalb die Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden in der Woche bei vollem Lohnausgleich.

Frauen sollen mit all ihrem Geschick die Abwälzung der Krisenlasten „ausgleichen“ – so empfiehlt es eine BILD-Serie und werden in der Realität regelrecht aufgerieben.

So war die einhellige Empfehlung der Rednerinnen und Redner – nicht den Kopf in den Sand stecken – sondern mutig für unsere Interessen einstehen. Das unter mauerte Monika Gärtner-Engel nicht ohne Witz mit dem Bericht über eine Studie aus der Frankfurter Rundschau die treffend zu dem Ergebnis kam, dass Menschen, die sich wehren gesünder leben.

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