Der Countdown zum 3. Internationalen Bergarbeiterseminar läuft

Hierzu berichtet rf-news.de:

Bergarbeiterseminar TitelWenige Tage vor Beginn des 3. Internationalen Bergarbeiterseminars vom 28. bis 31. August in Gelsenkirchen sind die ersten internationalen Gäste im Ruhrgebiet eingetroffen, und täglich werden es mehr. So aus Peru, Bolivien, Südafrika und anderen Ländern. Auch in Deutschland unterstützen viele Menschen dieses Seminar, unter anderem auch der Schalke-Fußballer Gerald Asamoah, der Schauspieler Achim Rohde und der frühere Oberbürgermeister von Duisburg, Josef Krings.
Am Freitag hatte die Bezirksfraktion der Grünen in Duisburg-Walsum zwei Gäste aus Südafrika zu einer Veranstaltung in den Sitzungssal des Walsumer Bezirksrathauses eingeladen.

Ein Korrespondent berichtet über diese interessante Veranstaltung: "Der Fraktionsvorsitzende der Grünen in Walsum, Franz Tews, begrüßte die beiden Gäste aus Südafrika im fast vollbesetzten Rund des Sitzungssaales. Die Angehörigen der schwarzen Bevölkerung, Shobane Mpeake aus Bloemfontein und sein Freund Zandisile Kinng Dyani.

Der 58jährige Shobane war ehemals im Aluminiumbergbau und ist heute als Journalist tätig. Zandisiles Vater war als Wanderarbeiter Kohlekumpel in der Region von Johannesburg.  Zum Auftakt sang der Duisburger Chor „Todo cambia“ (alles verändert sich) das über hundert Jahre alte Internationale Knappenlied des berühmtesten deutschen Bergarbeiterdichters Heinrich Kämpchen. Die bekannte Textzeile darin, gab gewissermaßen die ganze anschließende Stimmung für die rund einstündige Veranstaltung vor: „Nur einig, einig müssen wir sein – so fest und geschlossen wie Erz und Gestein“.

Franz Tews spannte in seiner Begrüßung einen Bogen zwischen den leidvollen Erfahrungen brutaler Unterdrückung der schwarzen und farbigen Bevölkerung in Südafrika und unserer Walsumer Geschichte, wo Zwangsarbeiter für den nationalsozialistischen Wahnsinn sich zu Tode schuften mussten. Daraus zu lernen, dass dies künftigen Generationen nie wieder passiert, war sein Anliegen. In einer bewegenden Geste überreichte er beiden Südafrikanern ein Geschenk: Walsumer Kohle, und zwar von der letzten Schicht der kürzlich stillgelegten Zeche in Wehofen.

Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, Frau Helga Strajhar (CDU) sprach die Gäste in ihrer herzlichen eigens auch in Englisch verfassten Rede an und wünschte ihnen viele freundschaftlichen Begegnungen hier im Ruhrgebiet. Wolf-Dieter Rochlitz von der Initiative Kumpel für AUF drückte seinen Dank gegenüber den internationalen Gästen aus, die über 10.000 Kilometer bis ins Ruhrgebiet zurücklegten. Er sprach die Zuversicht aus, dass die deutschen Bergarbeiter viel von den Erfahrungen der südafrikanischen Kumpel lernen werden, die wesentlich beigetragen hatten, unter größten Opfern dem rassistische System der Apartheid den Boden zu entziehen.

Die Begrüßung seitens der deutschen Gastgeber rundete Pfarrer Austen Brandt ab. Geradezu mit Symbolkraft und als Brücke der Brüderlichkeit ist die Tatsache, dass er selbst elterliche Wurzeln in Nigeria als auch in Ostpreußen hat. Er wies auf das große Leid der Menschen auf dem afrikanischen Kontinent hin. Die AIDS-Seuche, die Millionen Menschen dahinrafft, zu überwinden, ist eine riesige gesellschaftliche Aufgabe, die aber gelöst werden muss und kann. Jobane sprach von Seiten der Gäste seinerseits den Dank für den Empfang auch gegenüber der Walsumer Bevölkerung aus. Er wies darauf hin, dass Rassismus keine Besonderheit von Südafrika ist, sondern eine weltweite Begleiterscheinung der Ausbeutung von Menschen durch Menschen.

Wenige Weltkonzerne teilen unter sich heute den Kohlemarkt auf. Südafrikas Regierung ist in Wahrheit ein verlängerter Arm des Weltfinanzkapitals. Er selbst, der während der Apartheid unter Lebensgefahr für die Freiheit seines Volkes gekämpft hat, sieht auch heute noch die Ziele eines demokratischen und freien Südafrikas noch lange nicht erreicht. Dafür, so seine Botschaft, müssten alle freiheitsliebenden Menschen über ihren Schatten springen und unabhängig von Hautfarbe, Nationalität, Parteizugehörigkeit sich zur gemeinsamen Aktion zusammenfinden. Die Gäste werden noch einige Tage in Walsum bleiben und sind neugierig, unsere Stadt und die Menschen näher kennen zu lernen."

Weitere Informationen zum 3. Internationalen Bergarbeiterseminar:

28.- 31. August, Arbeiterbildungszentrum eV,
45899 Gelsenkirchen-Horst, Koststr. 8
Seminarbüro: Schmalhorststr. 1c, 45899 Gelsenkirchen
Tel: 0209 / 1771030 (über AUF Gelsenkirchen-West)
E-mail: intersemi@international-coal-miners.org

www.international-coal-miners.org

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