Ein bewegendes und optimistisches Eröffnungsfest des Saales in der "Horster Mitte"

Aus RF-News: 26.04.08 - Soeben ging bewegt, leidenschaftlich und humorvoll der Festakt zur Eröffnung des umgestalteten Saales in dem ehemaligen Rathaus und der späteren Sparkasse in Gelsenkirchen-Horst zu Ende. Die weit über 500 Teilnehmer hoben gemeinsam auf den gelungenen Bau und die künftige Nutzung als Mehrzwecksaal die Gläser.

Nach einer öffentlichen Arbeitstagung unter Leitung von Prof. Dr. Roland Günter am Nachmittag gab es ab 17 Uhr ein dem Saal würdiges kulturvolles Programm mit Festreden, Musikdarbietungen, Chorliedern und Fotoschau.

Ein Programm, das Rückschau und Ausblick hielt und eine optimistische Stimmung über ein gelungenes Werk zum Ausdruck brachte. Moderatorin des Programms war die Gelsenkirchener Stadtverordnete und Vorsitzende der Fraktion von "AUF Gelsenkirchen" und Linkspartei, Monika Gärtner-Engel. So, wie sie auch die Moderatorin im Prozess der Saalgestaltung von der Geburt der Idee bis zur weitgehenden Vollendung in diesen Tagen war und die Ideen und Taten der vielen Beteiligten, Ratgeber, Planer, Bauarbeiter, Bauleiter und hunderter ehrenamtlicher Helfer immer wieder zusammen brachte.

Brass Band

Die Brassband der Gesamtschule Horst bestritt den Auftakt und intonierte unter großem Jubel geradezu symbolisch für diesen Tag unter anderem Beethovens Hymne an die Freude.

Stefan Engel, der Vorsitzende des Vermögens-Verwaltungs-Vereins Horster Mitte e.V. erinnerte an die langjährige Auseinandersetzung mit der Stadtbürokratie, die alles versucht hatte, um mit illegalen und bürokratischen Methoden zu verhindern, dass das Gebäude zu einem offenen modernen Dienstleitungszentrum wird, das auch von der MLPD genutzt wird. Die Stadt hat diesen Streit auf der ganzen Linie verloren.

Roland GünterProfessor Dr. Roland Günter, Kunst- und Kulturhistoriker und Ratgeber für die Neugestaltung des Saales stellte in einer humorvollen und angriffslustigen Rede diesen dem Schicksal des Hans-Sachs-Hauses gegenüber, das zumindest in seiner Fassade noch vor dem Abrisswahn und Kulturvandalismus der Stadtspitze gerettet werden konnte. Bei der "Horster Mitte" ist es gelungen, nicht nur zu erhalten, sondern eine kulturvolle Überarbeitung in der Tradition des Bauhauses zu machen. Er bestärkte die Zuhörer: "Seid  stolz auf das was ihr geleistet habt" und ermutigte sie, aus der Vergangenheit zu lernen: "Vorwärts und nicht vergesssen ..." 

Bettina Buchta (Querflöte) und Monika Röder am Klavier trafen mit dem Andante in C-Dur von Mozart die Mischung aus Ernsthafigkeit und Heiterkeit, die dem schönen farbigen Saal entspricht. Ihm folgte eine Fotoschau vom Werden des Saales mit vielen Bildern der  Bauarbeiter und Helfer, die die Ideen in die Tat umgesetzt haben und ein großartiges Pensum geleistet haben: Hunderte Meter von Kabel wurden verlegt, 58 verschiedene Farben wurden angerührt und gestrichen. Die Bauarbeiter haben sich aber auch in die Planung mit ihren Vorschlägen und Kritiken eingebracht.

Entscheidend war, wie Stefan Engel am Schluss des Festaktes ausführte, dass man sich die Beteiligten entfalten ließ, ihre Erfahrungen und Fähigkeiten auszuspielen und gemeinsam das Beste zu bringen. Der Ruhrchor unterstrich das mit dem Lied "Todo cambia" ("Alles verändert sich"). Und der Chor des Jugendverbands REBELL präsentierte mit seinem Lied "Nur wer den Blick hebt, kann die Sterne sehen" die  Zukunft.

Heinz RotthoffEine Überraschung präsentierte der Planer und Architekt Karl-Heinz Rotthoff nach seiner humvorvollen Ansprache. Er hatte, beeindruckt von einem Besuch im KZ Buchenwald, zu diesem Motiv ein Bild passend zu einer Farbtafel der Wände des Saals gemalt und als Geschenk überbracht.

Nach dem Festakt spielte das Ruhrgebietsduo Michael & Michael zum Tanz auf und an dem warmen Frühlingsabend blieben viele noch lange zum Feiern. Und das ist die erste Bewährungsprobe für den neuen Saal. Wie schon der Architekt Karl-Heinz Rotthoff in seiner Rede sagte: "Wenn man im Saal mit guten Freunden beim Glas Wein oder Bier sitzt und keiner will nach Hause, dann ist das Werk gelungen."

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