Wie ernst wird der Bergbau noch genommen?

26.08.08 - rf-news berichtet:

In einer Presseerklärung der überparteilichen Bergarbeiterinitiative "Kumpel für AUF" von heute heißt es:

Am 3. Internationalen Bergarbeiterseminar vom 28.8. bis 31.8.2008, das - aufgrund immensen Zuspruchs bei den Anmeldungen - nicht im Arbeiterbildungszentrum, sondern im wesentlich größeren Saal in der "Horster Mitte" stattfinden muss, werden auch Kumpels von der Saar teilnehmen.

"In Nordrhein-Westfalen weniger bekannt sind die Maßnahmen der RAG und DSK, mit denen 1.700 Bergleute im Saargebiet konfrontiert werden: Sie bekommen die 'Möglichkeit', auf Zechen im Ruhrgebiet zu arbeiten, das heißt in der Praxis, die Kumpel sollen mit ihren Familien für drei Jahre ins Ruhrgebiet ziehen.

Nichts zeigt deutlicher, dass die sozialen Realitäten hier und für die Saarkumpels den Verantwortlichen völlig unwichtig sind. Beim Bergarbeiterseminar wird auch darüber informiert und es werden Schritte diskutiert, wie Bergleute der verschiedenen Regionen in Deutschland sich enger vernetzen können, solange die IGBCE Spitze solch gravierendem Unsinn zustimmt"
, erläutert Gerd Buckler, Mitglied der Vorbereitungsgruppe des Bergarbeiterseminars und erklärt weiter:

"Wie sehr der Bergbau bei Politikern bereits abgeschrieben ist, zeigt sich beispielhaft, wenn kein ernsthafter Protest der Gelsenkirchener Stadtspitze gegen die vorzeitige Schließung der Zeche Lippe erfolgte oder es abgelehnt wird, die internationalen Gäste aus 22 Ländern der Welt in Gelsenkirchen offiziell zu empfangen.

Wenn sich Leute ein Herz fassen, die Kumpels sich zusammenschließen und beraten, wie man die Kämpfe der Bergleute weltweit koordinieren kann, dann wird die SPD Stadtspitze aktiv - nicht etwa um das zu unterstützen, sondern um das zu behindern.

Dass es auch anders geht, zeigt der öffentliche Empfang von zwei Kumpels aus Südafrika, der unter der Trägerschaft von Duisburger Grünen in Walsum ausgerichtet wurde. Die Gelsenkirchener Stadtspitze sollte vielleicht einmal über den Tellerrand hinaus schauen, um zu sehen, wie bürgernahe Politik aussehen kann."


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