Wir fordern einen öffentlichen Empfang der internationalen Gäste des Bergarbeiterseminars!

Ein echtes Possenspiel findet derzeit in Gelsenkirchen statt. In der traditionellen Bergarbeiterstadt  findet  vom 28. – 31. August ein internationales Ereignis ersten Ranges statt: das 3.internationale Bergarbeiterseminar, an dem 24 Delegationen von Bergleuten aus 22 Ländern teilnehmen werden. Unter den Teilnehmern sind kämpferische Gewerkschaftsführer, Führer von Massenbewegungen der Bergleute in den verschiedensten Ländern, Streikführer, Repräsentanten revolutionärer Bewegungen in der Welt. Unter anderem kommt z.B. eine Delegation der polnischen Bergarbeiter, die im Winter 2007/2008 48 Tage unter Tage streikten.

Nun verweigert der Oberbürgermeister Baranowski und der Bezirksbürgermeister  von Horst einen öffentlichen und offiziellen Empfang der in Gelsenkirchen untergebrachten internationalen Gäste. Während diese „Amtsträger“ sonst Zeit für jeden Kleingartenverein haben, missachten sie weltweit bekannte Persönlichkeiten der internationalen Bergarbeiterbewegung. Das ist an Arroganz und Gefühlskälte kaum zu überbieten.  Den Stadtoberen ist es ein Dorn im Auge, dass es der selbständig organisierten Bergarbeiterbewegung Kumpel für Auf gelungen ist, einen derartig seltenen und breit überparteilich organisierten internationalen Erfahrungsaustausch zu Wege zu bringen. Vor allen Dingen, weil anders als auf von den Gewerkschaftsspitzen kontrollierten Seminaren, hier die marxistisch-leninistischen Kräfte nicht ausgeschlossen werden, sondern gleichberechtigt mit Sozialdemokraten und anderen Demokraten zusammenarbeiten. Mit Sicherheit ist es auch kein  Zufall, dass OB Baranowski versucht, dem öffentlichen Bekanntwerden des Seminars Steine in den Weg zu schmeißen – sitzt er doch selbst im Aufsichtsrat der RAG.

Am Freitag wurde auf der Mitgliederversammlung des überparteilichen Wahlbündnisses AUF Gelsenkirchen beschlossen in die Offensive zu gehen – und eine Unterschriftensammlung durchzuführen, mit der Forderung nach einem öffentlichen und offiziellen Empfang der internationalen Gäste. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich das unter den Kräften, die das Seminar in Gelsenkirchen vorbereiten und bereits am Samstag morgen wurde an allen stattfinden Ständen von AUF Gelsenkirchen, Kumpel für AUF und der MLPD mit der Unterschriftensammlung begonnen. Innerhalb von zwei Tagen sind fast 200 Unterschriften zusammengekommen. „Natürlich unterschreib ich“ meinte z.B. eine Passantin, „die sollen ruhig mal ihrem Amt nachkommen“. Recht hat sie – denn der aus parteipolitischen Motiven abgelehnte öffentliche Empfang – ist nichts anderes als Amtsmissbrauch! Der wird nicht akzeptiert – und mit der Unterschriftensammlung und unserer Öffentlichkeitsarbeit wird die Taktik, das Seminar totzuschweigen, zum berüchtigten Stein – der dem OB mit Sicherheit kräftig auf die Füße fallen wird.

Bei der Sitzung der Bezirksvertretung West am Dienstag, den 19.8., wollen wir die bis dahin gesammelten Protestunterschriften gemeinsam übergeben.

Treffpunkt um 15.45h vor dem Schloss Horst.

Weitere Infos auch auf der AUF-Gelsenkirchen Homepage

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