Offener Brief an die Jusos in Gelsenkirchen

Der Kreisverband der MLPD in Gelsenkirchen fordert in einem offenen Brief eine Entschuldigung von den Jusos für ihre antikommunistische Hetze an einem Wahlkampfstand (wir berichteten)

Liebe Mitglieder der Jusos,

am 10.8. wurde von euch in der Bahnhofstraße ein Stand durchgeführt unter dem Thema: "Spinner raus!" Aufgeführt waren neben verschiedenen faschistischen Organisationen auch MLPD und AUF Gelsenkirchen - das ist ungeheuerlich! Passanten haben uns berichtet, dass sie dagegen protestiert haben. Unter euren Standbeteiligten gab es dazu durchaus unterschiedliche Meinungen, aber geändert wurde nichts.

Wir protestieren entschieden gegen diesen plumpen Antikommunismus. Ihr verunglimpft damit den antifaschistischen Kampf und spaltet ihn. Habt ihr denn nichts gelernt aus der Geschichte des Hitler-Faschismus, als sich Sozialdemokraten und Kommunisten gemeinsam in den Konzentrationslagern wiederfanden?

Wollt ihr etwa so aus dem Desaster der SPD herauskommen, wo die Umfrageergebnisse immer weiter fallen? Die SPD hat federführend die Verantwortung für die Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze, die von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt werden. Wenn ihr meint, ihr könnt euch mit solch primitiven Methoden unbequeme Kritiker vom Hals schaffen, indem ihr sie auf eine Stufe mit Faschisten stellt – dann ist das unterste Schublade. Ihr begebt euch damit auf das Niveau bestimmter Kräfte der CDU und betreibt das Geschäft der Spaltung der Bevölkerung und der Arbeiterbewegung.

Wir fordern euch auf, euch zu entschuldigen und solche Ausfälle in Zukunft zu unterlassen – auch und gerade im Wahlkampf.

 

Mit freundlichen Grüßen

Toni Lenz

(Kreisvorsitzender)

 

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