Kobanê-Solidaritätskomitee gegründet

Gestern, am 2.März, trafen wir uns zum zweiten Mal und berieten einen Aufruf, mit dem wir uns an die breite Öffentlichkeit wenden möchten

Darin heißt es u.a.: „Das ICC (Internationale Koordinierungskomitee) der ICOR (Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen) hat einstimmig einen Solidaritätspakt zwischen der ICOR und dem kurdischen Befreiungskampf befürwortet und beschlossen, ICOR Solidaritäts-Brigaden zum Wiederaufbau des zu 80% zerstörten Kobanê zu entsenden! Zur gemeinsamen Organisierung der Solidarität haben wir am 23. Februar ein erstes überparteiliches Solidaritätskomitee mit Schwerpunkt im mittleren Ruhrgebiet gegründet, in dem auch kurdische Freunde aus Rojava mitarbeiten.“

Am Anfang jedes Treffens beschäftigen wir uns immer mit der aktuellen Lage. Die Befreiungskämpfer drängen zwar täglich die faschistischen Banden weiter  zurück, doch  Rojava ist noch nicht vollständig befreit. Der Wiederaufbau von Kobanê wird zudem massiv durch die Haltung der türkischen Regierung behindert, die die Grenze nur für die nötigsten Medikamente und Lebensmittel öffnet. Sonstige Hilfsgüter, Baumaterial und Maschinen können derzeit die Grenze nicht passieren. Das wissen sicherlich die wenigsten hier in Deutschland und wir wollen deshalb die Forderung nach einem humanitären Korridor bekannt machen. Nur der breiteste Protest gegen die Blockade der Grenze wird sie zu Fall bringen.  Wir diskutieren: Die unabhängige demokratische Selbstverwaltung in der Kurden, Araber und andere Völker gleichberechtigt und friedlich miteinander leben, gleiche Rechte für Frauen und Männer und echte Religionsfreiheit existiert – das ist eine Kampfansage an die imperialistische Politik und deshalb müssen wir uns darauf einstellen auch bei der humanitären Hilfe gegen den Strom zu schwimmen.  Doch wir sind optimistisch – hatten nicht durchweg alle bürgerlichen Berichterstatter Kobanê bereits in den Klauen der faschistischen „IS“ gesehen? Der heldenhafte Kampf der Kurdischen Kämpfer/innen und die weltweite Solidarität haben das Gegenteil bewiesen.

Unsere Brigadisten werden sich auf die Unterstützung des Wiederaufbaus eines Krankenhauses konzentrieren. Es fehlt aber auch an sauberem Trinkwasser und der Energieversorgung. Wir haben jetzt erste Teams gebildet, die ab sofort in enger Zusammenarbeit mit den Selbstverwaltungsorganen in Kobanê die Arbeiten planen. Es gibt bereits ein Logistik-, Organisations-und Materialteam, ein Finanzteam und ein Öffentlichkeitsteam. Für die Verabschiedung unserer ersten Brigadisten wird es im Juni ein großes Fest geben mit dem wir noch einmal richtig viel Spenden sammeln werden. Dazu suchen wir auch noch Unterstützer für die Festvorbereitung.

Beim nächsten Treffen werden wir uns weiter mit der Lage in der Region beschäftigen, Filme und Berichte anschauen, denn  „die Lage in Rojava ist ganz anders als sich viele in Deutschland vorstellen können“, wie ein kurdischer Brigadist bemerkte.

In den nächsten 14 Tagen werden jetzt weitere Mitstreiter gesucht, Geld- und Materialspenden gesammelt. Wir wollen Ärzte und Sanitätskräfte gewinnen, aber auch Helfer, die von zu Hause, die demokratische Autonomie in Rojava unterstützen wollen.

 

Spendenkonto von Solidarität International:

IBAN: DE11 5019 0000 6100 8005 76

Stichwort “Kobane-Soli-Ruhr”

BIC: FFVBDEFF, Frankfurter Volksbank

Kontakt:  Kobane-Soli-Ruhr@gmx.de

 

hier den Flyer herunter laden

Artikelaktionen