„Die Menschen werden sich das nicht gefallen lassen!“

Bericht vom zweiten Treffen der Wählerinitiative Stefan Engel in Gelsenkirchen

Gelsenkirchen (Korrespondenz): „Die Menschen werden sich das nicht gefallen lassen“ – nämlich die Auswirkungen der Finanzkrise und die Maßnahmen der Bundesregierung. Das war einhellig die Meinung der 60 Teilnehmer beim zweiten Treffen der Wählerinitiative Stefan Engel am 22. Oktober im Bistro der „Horster Mitte“. Zuvor hatte unser Kandidat Stefan Engel in einem Einleitungsbeitrag für die Diskussion die aktuelle Finanzkrise, die Hintergründe und Auswirkungen für jeden verständlich dargestellt. Mit dem, was man in der „Tagesschau“ oder in der „WAZ“ erfährt, blickt man ja nicht dahinter.

Stefan Engel erläuterte den Ausgangspunkt der Immobilienkrise in den USA, auch den Zusammenhang mit dem Irak-Krieg, der täglich Milliarden Dollar verschlingt. Im Ergebnis müssen nun mehrere Millionen Familien in den USA hochverschuldet aus ihrem Haus und können sehen, wo sie bleiben. Das sieht man im Fernsehen weniger, sondern nur die Probleme der Banken.

Jetzt, da eine riesige Spekulationsblase geplatzt ist, weiß diese Berliner Große Koalition nichts Besseres, als den „notleidenden“ Banken fast 500 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. „Aber den Hartz-IV-Empfängern wird ein notwendiger Hungerzuschlag von 50 Euro verweigert, weil angeblich kein Geld da ist“, empörte sich auch Thomas Kistermann, Montagsdemonstrant und Kandidat auf der Reserveliste der MLPD/Offenen Liste.

Für unseren Wahlkampf ist es wichtig, dass viele Menschen heute bereits eine kritische Haltung zum Kapitalismus einnehmen und sich fragen, wie es hier eigentlich weitergehen soll. Stefan Engel wies darauf hin: Wir müssen uns auf diese Grundsatzdiskussion einstellen und den Leuten sagen, dass sie sich organisieren und kämpfen müssen und auch, dass es andere Wege und ein anderes Konzept als den Kapitalismus gibt: den echten Sozialismus. Dann geht es nicht mehr darum, möglichst viel Profit zu machen, dann wird erst mal gefragt, was den Menschen nützt, wie wir unsere natürliche Umwelt erhalten können und wo erst mal jeder Arbeit und Lohn nach seiner Leistung bekommt.

In der lebhaften Diskussion wurde von den Mitgliedern der Wählerinitiative eindrücklich berichtet, wie sich aufgrund der „menschenverachtenden Gier“ in ihrem Lebensbereich die Bedingungen verschlechtern, die Arbeitshetze und der Druck auf die Familien, die Rentner usw. zunehmen. Aber auch, dass sich die Stimmung unter den Menschen in explosiver Richtung entwickelt und sie sich zunehmend wehren.

In diesem Zusammenhang wurde von Stefan auch auf die in Zukunft sicherlich noch größere Bedeutung der Montagsdemonstrations-Bewegung hingewiesen: Die Menschen werden auf die Straße gehen. Und es sollten auch die Beiträge am offenen Mikrofon von unserer Seite besser vorbereitet werden: Die Beiträge müssen für die Zuhörer eine richtige Schulung sein, um durchzublicken.

Nach einer Pause, in der es unter anderem leckere Brötchen, Kuchen und Fassbier gab, wurden die Grundsätze der Wählerinitiative und die Kandidatengrundsätze diskutiert und einstimmig verabschiedet. Unsere Kandidaten erklärten, dass sie sich diesen Grundsätzen verpflichten und sich damit kontrollierbar machen. Das gibt es in keiner anderen Partei. Bei den etablierten Parteien sind die Parlamentsvertreter nur „ihrem Gewissen verpflichtet“. Und was so ein Gewissen kostet, das haben wir schon oft gesehen.

Dann wurden weitere Mitglieder in den Vorstand gewählt und so genannte Teams eingerichtet, die verantwortlich bestimmte Aufgaben übernehmen: Für die Verpflegung, für die Getränke, für die Verbindung zur Jugend, für die Erstellung von Artikeln, für Computerarbeiten, für den Kontakt zu Migranten und Umsiedlern, für den Auf- und Abbau bei unseren Treffen. Mit den wachsenden Aufgaben soll das ausgebaut werden. Beschlossen wurde: Bis zur Wahl wollen wir 400 Mitglieder für die Wählerinitiative gewinnen. Ein Trupp von sechs bis acht Mitgliedern fährt bereits am ersten Novemberwochenende nach Hamburg, um die Einsätze zur Sammlung von Unterschriften zu unterstützen. Abschließend wurde festgelegt, dass unser Kandidat und wir für das nächste Treffen am Mittwoch, den 3. Dezember, das Thema vorbereiten: „Die Umweltpolitik der MLPD“.

 

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