Die Jugend sucht am meisten nach einer Perspektive

Über das 5. Treffen der Wählerinitiative Stefan Engel am 25. März 2009

Den rund 100 anwesenden Teilnehmern berichtete der Vorstand der Wählerinitiative Stefan Engel eingangs über seine Arbeit.

Dann folgte das Eingangsreferate von Stefan Engel zum Thema »Wer die Jugend hat, hat die Zukunft«.

Unter anderem führte er aus: Die Jugend ist am meisten betroffen von Armut und Rechtlosigkeit. Jetzt in der Wirtschaft - und Finanzkrise verschärft sich die Ausbeutung und die Unterdrückung insbesondere gegenüber der Jugend und den Kindern. 2,2 Milliarden Kinder gibt es auf dieser Erde, fast die Hälfte davon hat nicht genug zu essen. 50 Millionen Kinder leben auf der Straße. 15% der Kinder und Jugendlichen in der EU sind aus sozialen Gründen unter– oder fehlernährt. 14% der Kinder in Gelsenkirchen leben in Armut oder in Armuts-gefährdeten Verhältnissen. Die Arbeitslosigkeit steigt unter der Jugend am stärksten an.

Der DGB sagt, dass etwa 60% der unter 30jährigen nicht nach Tarif bezahlt werden. Wie sollen sie eine Familie gründen?

Die MLPD fordert, dass die Jugendarbeitslosigkeit auf Kosten der Profite bekämpft wird und zum Beispiel in den Betrieben eine Lehrstellenquote von zehn Prozent eingerichtet werden muss. Ebenso die unbefristete Übernahme der Ausgelernten.

Allgemein gilt, dass die Jugend die aktivste Kraft ist und am meisten nach einer Perspektive sucht. Das zeigte sich auch jüngst in Griechenland, wo im letzten Jahr vor allem Studenten auf die Straße gingen und gegen Missstände gekämpft haben. Derzeit verzeichnet auch die IG-Metall einen Aufschwung ihrer Mitgliedszahlen und Neuaufnahmen bei Jugendlichen. Allerdings besteht noch eine große Unbeständigkeit unter den Jugendlichen: an einem Tag gehen sie massenhaft auf die Straße zum Beispiel gegen den Transport von Atommüll oder gegen die Internetbespitzelung. Am nächsten Tage sind sie wieder vereinzelt. Sie müssen lernen ihren Kampf zu einem ständigen, organisierten Bestandteil zu machen.

Das kennzeichnet die Unerfahrenheit und leichte Beeinflussbarkeit der Jugend. Die Herrschenden, die ihnen keine Perspektive mehr bieten können, suchen mit der kleinbürgerlichen Denkweise, ihre Moral und ihren Lebenswillen zu zersetzen, gerade auch mit kulturellen Mitteln. 27% der Jugendlichen machen Gewaltspiele. Das zeigt allgemein auch der Amoklauf von Winnenden: hier kommt extrem die in der Gesellschaft geförderten Entwicklung der Konkurrenz und des Egoismus zum Ausdruck. Solche Jugendliche können sich in niemand mehr hinein versetzen und drehen sich nur noch um sich selber.

Dem gesellschaftlichen System der kleinbürgerlichen Denkweise müssen wir die proletarische Denkweise entgegensetzen. Das ist die wichtigste Aufgabe und zugleich eine sehr schwere Aufgabe. Die Jugendlichen müssen am Kampf für ihre Zukunft teilnehmen und dabei lernen.

Danach stellten Jugendlichen den Jugendverband Rebell und die Kinderorganisation »Rotfüchse« vor. Der Rebell ist organisatorisch selbständig und bundesweit organisiert und übernimmt die Verantwortung für den Aufbau der Kinderorganisation »Rotfüchse«. In der Kinderorganisation gibt es feste Regeln und die Kinder lernen zusammen zuhalten, sich gegen Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen, Verantwortung zu übernehmen und nicht auf Kosten anderer zu leben. Im Jugendverband Rebell lernt man wie man richtig rebelliert und wie man im Betrieb, der Schule, zu Hause und in der Freizeit solidarisch miteinander umgehen kann und sich erfolgreich zusammenschließen und kämpfen kann für eine lebenswerte Zukunft im echten Sozialismus.

In der anschließenden Diskussion wurden die verschiedensten angesprochenen Seiten vertieft und ergänzt.

Für eine positive Erziehung der Kinder und Jugendlichen sind solche Ereignisse wie das Pfingstjugendtreffen wichtig. Deshalb stellte Toni Lenz, Kreisleiter der MLPD Gelsenkirchen und Mitglied im zentralen Koordinierungsausschuss des Pfingstjugendtreffens die Geschichte, Bedeutung und konkrete Aufgaben dieses Treffens vor.

Als Letztes wurde für das nächste Treffen am 13. Mai das Thema »Internationalismus« festgelegt.

 

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