Wählerinitiative „Stefan Engel“ feiert erstmals den Politischen Aschermittwoch

Über 250 Gäste kamen zum ersten „Politischen Aschermittwoch der MLPD“ in Gelsenkirchen. Gute Stimmung, zünftiges Essen und eine beeindruckende Rede des Gelsenkirchener Direktkandidaten der MLPD – Stefan Engel, Parteivorsitzender der MLPD - bei der es manches zu lachen und auch vieles zum Nachdenken gab.

Stefan ging in seiner Rede auf die Ursachen und Auswirkungen der tiefsten Weltwirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg ein, deren Lasten heute auf die breite Masse der Bevölkerung abgewälzt werden, während Spitzenbanker und –manager noch belohnt werden.

Gespannt verfolgten die Zuhörer seinen Überlegungen, was man eigentlich mit den 25 Billionen US-Dollar (25.000.000.000.000) alles machen könnte, die bis Ende November letzten Jahres bereits vernichtet worden waren? Er führte dazu aus:

Nur ein Bruchteil dieses Geldes würde reichen, die Armut und den Hunger auf der Welt zu beseitigen, ... kostenlose Bildung durchzusetzen, das Gesundheitswesen auszubauen und genügend Trinkwasser, Energie und Wohnungen auf der ganzen Welt bereitzustellen. Stattdessen beruht das Gesetz der kapitalistischen Krise darauf, dieses Kapital gnadenlos zu vernichten, um einen neuen rentablen Kreislauf der kapitalistischen Ausbeutung und Unterdrückung in Gang zu setzen.

Er stellt wie viele Menschen heute die Frage: Wie lange sollen wir uns ein solches untaugliches System noch leisten? Sollen wir  warten, bis auch die zweite Milliarde der Menschheit in Hunger verfällt? Sollen wir warten, bis die herrschenden Spitzenmonopole die Erde durch ihre rücksichtslose Umweltzerstörung unbewohnbar gemacht haben? Sollen wir warten, bis die großen Imperialisten ihre Soldaten in den Krieg schicken, um die Neuaufteilung von Märkten, um Rohstoffquellen und Einflusshären zu regeln?

Und er kommt zu dem Schluss: Wir müssen  die Krise  nutzen, um sich Gedanken über die Untauglichkeit des kapitalistischen Systems und über den entschiedenen Kampf für den echten Sozialismus zu machen.

In der Pause wurden Spenden gesammelt für den bevorstehenden Wahlkampf und stolz wurde bekannt gegeben, dass das bis dahin bestehende Guthaben der Wählerinitiative mit 431,41 Euro um mehr als das Doppelte, auf  928,27 Euro getoppt wurde. Gemessen an den unvorstellbaren Summen, um die es tagtäglich in den Medien geht, ein verschwindend kleiner Betrag, gemessen am Ziel, an der Freiwilligkeit und Überzeugung, an der Power, die sich in jedem Cent ausdrückt, moralisch überlegen, politisch effektiv und fehlerfrei kontrolliert..

Im kulturellen Teil ließ der Jugendverband REBELL den rasenden Ex-Minister Oliver Wittke (CDU) auf seinem Bobbycar über die Bühne rasen und singen: Ich bin schwarz, ich geb’ Gas …..!  Und als Abschluss des diesjährigen Karnevals wurde der Hit vom Rosenmontagsumzug noch mal vorgetragen; da singen Banker und die Gelsenkirchener Stadtspitze: Da sind wir dabei, das ist prima – Viva Corrupta; wir verkaufen die Schulen, Kanäle und die Stadt und wenn man uns nur machen lässt, dann mach’n wir alles platt!

Ein gelungener Politischer Aschermittwochabend, den man nächstes Jahr fortsetzen sollte.

Die Geschichte des politischen Aschermittwoch begann 1918 in der November-Revolution, die damals unter Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg mit dem Kaiserreich Schluss gemacht hat und den I. Weltkrieg beendete. Die Novemberrevolution bezog damals breite Massen der Bevölkerung in ganz Deutschland in den revolutionären Kampf mit ein. So auch den „Bayrischen Bauernbund“ unter Führung der Gebrüder Ludwig und Karl Gandorfer aus Pfaffenhofen in Niederbayern. Dieser bayrische Bauernbund beteiligte sich aktiv am revolutionären Sturz der bayerischen Monarchie im November 1918. Und eben dieser Bayrische Bauernbund hat erstmals, am Aschermittwoch 1919, eine politische Aschermittwochs-Kundgebung durch- geführt. Dabei wurde kräftig gegen den gestürzten Kaiser, den König und die Militaristen vom Leder gezogen und eine revolutionäre Umwälzung der Gesellschaft gefordert. Es ist uns also eine Ehre, dass der politische Aschermittwoch, heute an seinem 90. Jahrestag mitten im Ruhrpott, wieder zu seinen radikalen und revolutionären Ursprüngen zurückfindet. Ob es den Herren Seehofer, Westerwelle und all den heutigen Rednern wohl bewusst ist, in welch revo-lutionären Fußstapfen sie da mit ihren bürgerlichen Reden herumtrampeln? Wie auch immer –ich hoffe, dass die Tradition des politischen Aschermittwochs, künftig fester Bestandteil unseres Kulturguts bleiben wird und auch hier im Kultursaal der Horster Mitte gut aufgehoben bleibt.  (aus der Rede von Stefan Engel am 1. Politischen Aschermittwoch der MLPD in Gelsenkirchen)

Artikelaktionen