Leserbrief von AUF Gelsenkirchen an die WAZ mit der Bitte um Veröffentlichung

Zum Artikel und Kommentar von Steffen Gaux am 31.1.18: Montagsdemo: Polizei kontert Kritik und Kommentar: Das ist eine Unverschämtheit!

Sehr geehrter Herr Gaux,
als Vorstandssprecherin von AUF Gelsenkirchen und Teilnehmerin der Montagsdemonstration kritisiere ich Ihren Artikel und vor allem Ihren Kommentar aufs Schärfste!
Statt zum Thema der Kundgebung, gegen den Einmarsch des türkischen Militärs in kurdische Gebiete in Nordsyrien, Kritik an der fehlenden Solidarität der Bundestagsparteien und ihrer Mitglieder zu führen, greifen Sie die protestierenden und friedensliebenden Menschen an!
Hätten Sie Passanten in der Bahnhofstrasse gefragt, wäre Ihnen die
Kritik am riesigen Polizeieinsatz fast wortgleich wie von  der MLPD
genannt worden – Stichwort „martialisches Auftreten".
„Unverschämt" nenne ich Ihren Kommentar, fortschrittliche, solidarische und friedliche Proteste von Deutschen und Kurden als „Missbrauch" zu bezeichnen!! Diese Verhetzung gemeinsamer Proteste haben Sie schon bei Protesten gegen die Wohnsitzauflage von Flüchtlingen in Ihren Artikeln durchgeführt und ihnen die Fähigkeit auf eine eigene Meinung abgesprochen.
Hier in Gelsenkirchen leben und arbeiten Menschen unterschiedlichster Nationalität, die sich gegen ungerechte Kriege und Unterdrückung einen eigenen Kopf machen und ihre eigenen politischen  Entscheidungen treffen.
Eine Bundesregierung, die demokratische Rechte der Kurden immer mehr einschränkt und damit Erdogan und seine Politik der Unterdrückung unterstützt, wird mit keinem Wort von Ihnen erwähnt. Soll etwa der Rest der Welt ruhig in deutsche Gewehrläufe schauen oder seine Dörfer von deutschen Panzern platt walzen lassen lassen wie etwa der Nato-Partner Türkei mit ihrem eindrucksvollen Fuhrpark an Leopard-Panzern?

Und wenn die Kriege mit deutschen Waffen Fluchtwellen produzieren, verdient man auch noch an der Grenztechnik, die die Verzweifelten aufhält. Wo bleibt da Ihre Berichterstattung?
AUF Gelsenkirchen und hoffentlich viele Leser werden sich von solchen Kommentaren nicht beeindrucken lassen und weiterhin die Kultur der Solidarität pflegen.

Mit freundlichen Grüßen,
Dagmar Brettschneider,
Vorstandssprecherin von AUF Gelsenkirchen

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