Leserbrief zum WAZ-Artikel "Heftiger Gegenwind bei Nazi-Demo"

Die Berichterstattung in der WAZ zum Protest gegen das Auftreten der faschistischen Partei "Die Rechte" verwunderte viele der Teilnehmer. Hier ein Leserbrief an die WAZ:

Ziemlich erstaunt war ich über die Berichterstattung der WAZ über die Gegenproteste am Samstag gegen die Partei "Die Rechte". Während die WAZ am Samstag noch ganz sicher war, dass die Kundgebung der Falken und des DGB wohl die größte Kundgebung wird, ging sie in der Berichterstattung ganz locker darüber hinweg, dass dort kaum mehr als 50 -70 Teilnehmer gesichtet wurden. Es gab auch nicht vier sondern zwei Kundgebungen. Nämlich die Kundgebung des DGB und der Falken auf dem Heinrich-König-Platz und eine Kundgebung linker Kräfte Gelsenkirchens auf dem Bahnhofvorplatz. Dort fanden sich Linkspartei, VVN, MLPD, DKP, Jugendverband REBELL, Gewerkschafter der IG Metall und Ver.di, Studenten, Jugendverband Solid, Teile der Falkenjugend und noch Andere zusammen, mit einer Beteiligung von 300 - 400 ständigen Teilnehmern. Zusammen mit den Leuten die kamen und gingen, waren es mindestens doppelt so viele. Sie verhinderten die Kundgebung der Partei die Rechte, was ein großer Erfolg war. Doch statt einer Berichterstattung über diese den Samstag prägende Aktion, wird nun in der WAZ ellenlang über die Aktion des DGB berichtet. Natürlich ist es eine gute Sache, dass sich Oberbürgermeister Baranowski gegen die Partei die Rechte positioniert hat. Doch warum wird der Eindruck erweckt, als seien die DGB-Kundgebung die Bedeutendere gewesen? Der DGB, die SPD, CDU, Grünen usw. hätten doch das Potential gehabt, hunderte von Menschen zu mobilisieren. Das ist ihnen nicht geglückt, gerade und weil sie nämlich eine Zusammenarbeit mit linken Kräften im antifaschistischen Kampf ablehnen. Diese Ausgrenzungspolitik lehnen immer mehr Menschen völlig zurecht ab. Statt die Ausgrenzung linker Kräfte aufs Korn zu nehmen, trägt die WAZ das durch eine tendenziöse Berichterstattung mit, die den linken Protest als unbedeutend erscheinen lässt. In Wirklichkeit war es genau andersherum.  Warum werden nicht die Kräfte gewürdigt, die hauptsächlich den Kampf gegen Rechts organisiert haben und deren Redner vorgestellt? Es ist Zeit und notwendig, dass die Spaltung des antifaschistischen Kampfes durch die bürgerlichen Parteien beendet wird.  Das erfordert die gesellschaftliche Entwicklung und die Bedürfnisse antifaschistischer Menschen unserer Stadt.

Christiane Link, MLPD Gelsenkirchen

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