Solidaritätserklärung mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen in den kommunalen KiTas, Sozialdiensten und Jugendämtern in NRW

Liebe Kolleginnen und Kollegen, in der gewerkschaftlichen Urabstimmung haben sich 89,9% der ver.di Mitglieder in diesen Berei-chen für Arbeitsniederlegungen ausgesprochen. Wir möchten Euch herzlich zu diesem mutigen und richtigen Schritt gratulieren zur Durchsetzung Eurer berechtigten Forderung nach einem Tarif-vertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung für den Sozial- und Erziehungsdienst und wünschen Euch einen vollen Erfolg!

Wenn jetzt bei den Verantwortlichen staatlichen Stellen das Geschrei wieder los geht, Euer Streik ginge nur auf Kosten der Kinder und Eltern, so ist das mehr als verlogen. Wenn es Ihnen wirklich um deren Interessen gehen würde, so wäre das Kibiz-Gesetz niemals zustande gekommen und es war völlig richtig, den breiten Protest zu organisieren um es wieder zu Fall zu bringen, - auch wenn das im erster Anlauf noch nicht gelungen ist.

Sollen sich etwa Pädagogen, Eltern und Kindern an der Krisenpolitik des neuen Bundesbank Vorstands und früheren Finanzsenator von Berlin, Thilo Sarrazin orientieren, der jetzt offen zum Ausdruck brachte: „Die große Frage ist: Wie kann ich es schaffen, dass nur diejenigen Kinder bekommen, die damit fertig werden“. Gegen solche volksfeindliche Gesinnung und Politik zur Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiter und Angestellten ist der aktive Widerstand genau richtig!

Warum auch solltet Ihr und die Masse der Bevölkerung Rücksicht nehmen auf dieses überholte kapitalistische System, das gegenwärtig seine tiefste Weltwirtschaftskrise durchmacht.  Wir sind im Gegenteil der Meinung: „Das Verursacherprinzip muss gelten: Banken und Konzerne sollen die Krisenlasten selbst bezahlen!“

Und weil Ihr selbst gut wisst, was gut ist für die Kinder, so wisst Ihr auch gut, was gut ist, damit ihr eure Arbeit entsprechend machen könnt. Leute wie Herr Sarrazin oder die Vertreter der Vereinigung der kommunalen Arbeitsgeberverbände (VKA) ist völlig fremd, welche gesundheitliche Belastungen z.B. zu großen Kindergruppen für die Erzieherinnen bedeuten. Vertrauen in die eigene Kraft, Jung und Alt gemeinsam – das ist der Weg, der eine lebenswerte Zukunft eröffnet.

Dafür steht auch das 14. Internationalen Pfingstjugendtreffen als größtes, überparteiliches und  selbstorganisiertes Treffen vom 30.- 31. Mai 2009 in Gelsenkirchen. Dazu möchten wir Euch, Eltern und Kinder herzlich einladen und zu der zuvor am Samstag dort stattfindenden Zukunftsdemonstration (näheres unter www.pfingstjugendtreffen.de).

Dort wird auch Gelegenheit sein, sich über die Ursachen der Weltwirtschaftskrise auseinanderzusetzen und die Perspektive des echten Sozialismus, einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung.

Wir wünschen Euch viel Standfestigkeit, Entschlossenheit und vollen Erfolg!

 

Solidarische Grüße

 

(Jupp Eicker, Landesvorsitzender der MLPD)

 

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