Leiharbeit mit ständiger Ungewissheit – soll das die Zukunft für unsere Jugend sein?

Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gelsenkirchnerinnen und Gelsenkirchner! wir wenden uns heute an euch,weil es um die Zukunft unsererJugend geht:

Völlig zu Recht macht die Jugend der IGBCE eine Kampagne zur unbefristeten Übernahme nach der Lehre. Gerade mal 25 % der Azubis in Chemie-Betrieben werden heute noch unbefristet übernommen.Die Hälfte der Jugendlichen ist entweder in Leiharbeit oder bestenfalls befristeten Arbeitsverträgen. Wie sieht das aus? Die Leiharbeiter waren die ersten, die zu Beginn der Weltwirtschaftskrise rausflogen –mittlerweile ist der Stand heute höher als vorher und liegt bei einer Million. Sie arbeiten in der Regel für7-9 Euro die Stunde und wissen nicht, wie lange noch, wo sie in der nächsten Woche sind … Trotz Riesenprofiten wird gekürzt – gerade bei der Jugend. Wie soll man so Lebensperspektiven bekommen, oder eine Familie gründen? Leiharbeiter sind besonders rechtlos.

Der Fall Lisa Gärtner

Das zeigt der Fall der ehemaligen Jugendvertreterin bei Opel Bochum, Lisa Gärtner, die jetzt für die Leiharbeits-Firma Adecco bei TRW in Gelsenkirchen gearbeitet hat – und von einem Tag auf den anderen rausgeschmissen wurde. „Keine Arbeit“ – aber wir können 1 und 1 zusammenzählen: sie war „aufrührerisch“ und „widerspenstig“!

Wir Gewerkschafter haben das Recht der Jugendvertreter auf unbefristete Übernahme erkämpft, damit sie sich für die Jugend einsetzen können, ohne Sorge, damit selbst ihre Zukunft zu verbauen. Lisa Gärtner war bei Opel kämpferische Jugendvertreterin, war beim Streik 2004 aktiv und hat für die Einheit von Jung und Alt eingestanden und die Rechte der Azubis. Sie klagte als JAV auf unbefristete Übernahme und kämpfte schon damals dagegen, dass die Azubis von Adecco „übernommen“ werden statt von Opel – und verlor vor dem Landesarbeitsgericht mit der Begründung, Opel habe keine Arbeit … Danach hatte sie es schwer, wieder Arbeit zu finden. Sie landete im Dezember 2010 beim Autozulieferer TRW, der im März 116 Leiharbeiter beschäftigte. Lisa unterstützte die Jugendvertreterin Marie Bauer im Kampf um ihre Übernahme bei BP. Sie war aktiv am Aktionstag der IGMetall gegen Leiharbeit am 24.2., mobilisierte dazu unter ihren Kollegen – dort erschien auch ein „Beobachter“ von Adecco … Im März erhielt sie plötzlich die Kündigung und durfte trotz 14 Tagen Kündigungsfrist das Werk nicht mehr betreten – Kollegen und Meister verstehen das nicht, da sie gut gearbeitet hat und es genug Arbeit gibt. Es ist eindeutig – diese Kündigung ist politisch motiviert – was in Deutschland verboten ist! Wir unterstützen Lisa in ihrem Kampf um Wiedereinstellung!

Wir fragen uns:

• Gibt es hier „Schwarze Listen“? (Listen der Kapitalistenverbände, wer ein unliebsamer Arbeiter ist – in Deutschland verboten)

• Soll unsere Jugend zu Duckmäusern werden? „Ja nicht anecken“?

Wir Jugendliche müssen uns unsere Zukunft erkämpfen! Wir Erwachsene müssen uns schützend vor unsere Jugend stellen!

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