Pressemitteilung des Solikreis „Mutige Marie!“

20.9.12 - Marie Bauer weiter im Betrieb - Entscheidung Landesarbeitsgericht liegt noch nicht vor

Die Anwälte von BP gerieten ganz schön ins schwimmen: Die Jugendver-treterin Marie Bauer und ihr Anwalt konnten vor dem LAG überzeugend nachweisen, dass es BP darum geht, eine unbequeme Jugendvertreterin loszuwerden.
Marie Bauer hatte am 21.1.2011 mit ihrer erfolgreichen Prüfung zur Industriemechanikerin ihre Ausbildung bei BP Gelsenkirchen abgeschlossen. Zuvor hatte sie den Antrag auf unbefristete Übernahme gestellt, wodurch juristisch ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zustande kam.
(§78a Betriebsverfassungsgesetz) BP warf sie aber sofort aus dem Betrieb und belegte sie mit Hausverbot. Mit Unterstützung einer breiten Solidaritäts- bewegung und einer einstweiligen Verfügung des Arbeitsgerichtes Gelsenkirchen musste BP nachgeben und Marie die Weiterbeschäftigung bis zum Ende des Rechtsstreits gewähren.
Seither arbeitet Marie verantwortlich als Lokführerin in Contischicht - obwohl BP behauptet, sie hätten gar keine Arbeit für sie.
Warum wollen sie Marie loswerden? Sie hatte sich immer für die Übernahme und die Interessen der Auszubildenden und Arbeitskollegen eingesetzt und das mehrfach zum Thema auf Belegschaftsversammlungen gemacht. So schrieben die BP-Anwälte auch in einem Schriftsatz, die Weiterbeschäftigung von Marie sei "unzumutbar", ein "unwiederbringliches
Übel" und störe den "Betriebsfrieden". Heute vor dem LAG wollten sie davon nichts mehr wissen.
Das Gericht warf als neue Frage auf, ob mit dem Zeitpunkt des Abschlusses der Lehre am 21.1.2011 ein freier Arbeitsplatz vorliege, auf dem sie ausbildungsadäquat beschäftigt werden könne. Das verneinten die BP-Anwälte natürlich sofort, während Marie und ihr Anwalt ausführten, dass erstens der Bedarf vorhanden war und ist - Marie arbeitet vollwertig, und
zweitens für Lokführer eine solche oder ähnliche Ausbildung verlangt wird.
Der Richter legte Marie nahe, sie solle nach dem Motto "das Hemd ist näher als die Jacke" doch ein Angebot für Übernahme in eine Tochterfirma (verbunden mit 4000 Euro Abfindung) annehmen. Marie lehnte das ab, sie will sich selbstlos als Jugendvertreterin einsetzen. Dafür gebührt ihr Respekt.
Die Entscheidung des LAGs liegt noch nicht vor, möglicherweise kommt es zu einer weiteren Verhandlung.
Auf jeden Fall muss BP Marie Bauer bis auf Weiteres weiter beschäftigen.


ViSdP: Uwe Sliwka, An der Rennbahn 2, 45899 Gelsenkirchen

weitere Infos unter: www.solikreismutigemarie.de

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