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Dokumentiert aus der Kollegen-Zeitung "Selber lenken" bei TRW

Uns erreichte kürzlich die Kollegenzeitung (vom 21.1.) aus der wir, auf Grund des aktuellen Themas der Entlassungen, gerne Auszüge veröffentlichen:

Unsere Forderungen sind eindeutig:
Keine einzige Entlassung – kein Lohnverzicht!

Dass der TRW Vorstand und seine Hintermänner bei Blackstone in Europa eine systematische Strategie der Erpressung verfolgen um die Arbeiter an den verschiedenen europäischen Standorten gegeneinander auszuspielen, wird immer deutlicher.
In Livorno, Pamplona und Schalke wird den Belegschaftsvertretern die Pistole auf die Brust gesetzt: Wenn ihr nicht mit 150 Entlassungen (Gelsenkirchen) und 30 Prozent Lohnabbau (Pamplona) einverstanden seit, wird euer Werk 2014 geschlossen. Wer dann  das beste Verzichtsangebot macht, darf  hoffen für einen Appel und ein Ei weiter zu krücken.
Was für eine Unverschämtheit, wenn man bedenkt dass TRW seine Gewinne fast verdoppelt hat. Doch bisher haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht, seit November ist es ihnen nicht gelungen die Belegschaften weich zu klopfen und zum Einknicken zu bewegen. Das ist gut so! Es kann nicht sein dass man im Betrieb ausgepresst wird wie eine Zitrone und als Ergebnis Arbeitsplatzvernichtung und Lohnverzicht serviert bekommt, während die Aktionäre und Herren Banker den Rahm abschöpfen. Das ist doch ein schlechter Witz!  (..)

Es kann nicht die Lösung sein, dass wir jetzt  selber Vorschläge für  Verhandlungen  machen sollen, mit welchen Verschlechterungen wir gerade noch einverstanden wären. Auch Kurzarbeit bedeutet für uns Lohnabbau, außerdem zahlt sie der Steuerzahler - also auch wir.  Die Krisenlasten sollen die Konzerne und Banken bezahlen! Wir gehen von unseren Interessen aus und akzeptieren keine einzige Entlassung! Arbeitszeitverkürzung ja – aber auf Kosten der Profite! 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich!   Nachgeben führt zur Unterordnung unter die Vorgaben des TRW-Vorstands. (..)

Konzerne wie GM/Opel und  TRW suchen jetzt  ihr Heil in den  asiatischen Märkten und in den europäischen  Niedriglohnländern wie Polen und Tschechien.  In diesem kapitalistischen System sind die Krisen chronisch geworden. Die Konzernvorstände und bürgerlichen Politiker betreiben nur noch Krisenmanagement. Sie wälzen die Lasten der Krise auf die Masse der Arbeiter und Angestellten ab; dem muss ein Riegel vorgeschoben werden.  (..)

Unsere Stärke ist die werksübergreifende Zusammenarbeit, die Solidarität und der gemeinsame Kampf der Arbeiter über Ländergrenzen hinweg. Die begonnene Zusammenarbeit und Kontaktaufnahme der IG Metall mit TRW-Kollegen in Frankreich und Pamplona sind wichtige Schritte, ebenso wie die eindrucksvolle Demonstration am 15. Dezember in Gelsenkirchen.

Der selbständige Streik  bei Opel in Bochum am Tag nach der Bekanntgabe der Werkschließung war ein wichtiges Signal für die Entwicklung der Arbeiteroffensive. Bei PSA in Aulnay bei Paris streiken die Kollegen seit 16.1. unbefristet gegen die für 2014 geplante Werkschließung. Die Konzernvorstände haben Angst vor einem Flächenbrand.   Überlassen wir das Handeln nicht den Profitgeiern, die die Existenz von immer mehr Arbeiterfamilien ruinieren.
Keine  Entlassungen und faulen Kompromisse! Mit Erpressern verhandelt man nicht. Einige Kollegen sagten zurecht: „Jetzt müssen wir 24 Stunden streiken und die Tore dicht machen!“ Es ist an der Zeit, härter zu kämpfen.

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