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Pressemitteilung von Kumpel für AUF: Sozialer Fall ins Bergfreie

"Keiner fällt ins Bergfreie" - mit dieser Losung wird seit Jahren die Arbeitsplatzvernichtung im Bergbau betrieben. Wie sehr diese angebliche Fürsorge um die Kumpel von der Realität entfernt ist zeigt der hier beschriebene Fall:

Der Hauer C. Link, der in Arbeitnehmerüberlassung bei der RAG arbeitet, ist aus der knappschaftlichen Rentenversicherung gefallen, weil laut einer Verordnung von 1933 seine derzeitige Tätigkeit als Fördermaschinist keine knappschaftliche Tätigkeit ist. Diese Verordnung wurde 2006 ohne Überprüfung auf die heutigen Gegebenheiten ins 6. Sozialgesetzbuch überführt. Diese Verordnung, auf die sich die Knappschaft beruft, ist heute nicht mehr zeitgemäß. Z.B. wird dort noch von Arbeiten auf Zechenholzplätzen gesprochen, die es in dieser Form nicht mehr gibt, auch Fördermaschinisten in Arbeitnehmerüberlassung gab es damals noch gar nicht. Sie waren fest bei der Zeche angestellt. Dabei wird im ersten Punkt der Auflistung klar ausgeführt, dass Arbeiten die räumlich und betrieblich mit einem Bergwerksbetrieb zusammenhängen, knappschaftliche Arbeiten sind. Und das ist hier der Fall! Die Arbeit des Fördermaschinisten, der das Nadelöhr von unter Tage nach über Tage betreibt, entspricht dem  voll und ganz.  Es kann doch nicht sein, dass ein Kollege, der die gleiche Tätigkeit ausführt und direkt bei der RAG beschäftigt ist, knappschaftlich rentenversichert ist, und derjenige der in Arbeitnehmerüberlassung ist - ins soziale Bergfreie fällt! Obwohl er vorher 20 Jahre lang unter Tage im Streckenvortrieb und im Schacht seine Knochen hingehalten hat.

Wer Böses denkt, dem kommt der Verdacht, dass im Bezug auf die Stilllegung des Deutschen Steinkohlebergbau 2018 Leute aus der Rentenversicherung rausgekegelt werden sollen, um die zukünftigen Rentenausgaben zu senken. Im konkreten Fall bedeutet das, dass C. Link nicht mit 50 in Anpassung gehen könnte und bis 67 weiter arbeiten muss, weil man nur aus einem knappschaftlichen Verhältnis in Anpassung gehen kann. So werden unter Ausnutzung bürokratischer Gesetze Kumpel ihrer knappschaftlichen Rechte beraubt. Wie soll denn ein Kumpel, der über 20 Jahre unter Tage gearbeitet, und die Knochen kaputt hat, bis 67 arbeiten? Die knappschaftlichen Rechte wurden zum Schutze der Kumpel erstritten! Darum klagt C. Link gegen die Knappschaft. Die bürokratische Gesetzgebung muss weg!

C. Link kämpft nicht nur für sich selbst – sondern für alle Kumpel! Die Gesetzgebung betrifft jeden Kumpel, der von der Zeche wegkommt – z.B. im Zusammenhang mit dem Tarifvertrag 2012 zur Stilllegung des Steinkohlebergbaus. Kommt zum Prozess am 12.02.2013 um 08:30 Uhr nach Essen! Macht den Fall auf den Montagsdemos, auf den Zechen und in den Zechensiedlungen und der lokalen Presse bekannt!

Glück Auf

Kumpel für AUF, den 1. Februar 2013

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