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21.02.13 - Solidarität mit der Belegschaft von Thyssen-Krupp Electrical Steel

An die Kolleginnen und Kollegen von Thyssen Krupp Electrical Steel:

Der Kreisverband der MLPD Gelsenkirchen-Bottrop-Gladbeck erklärt sich solidarisch mit dem Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze bei Thyssen Krupp und insbesondere bei Thyssen Krupp Electrical Steel in Gelsenkirchen.

Eine Werksschließung des fast 150 Jahre alten Traditionsbetriebs und eine weitere Vernichtung von Arbeitsplätzen in Gelsenkirchen darf auf keinen Fall hingenommen werden. Völlig zurecht haben Betriebsrat, Oberbürgermeister und viele Gewerkschafter dies bekräftigt. Wir sind aber auch nicht einverstanden mit einem sogenannten „sozialverträglichen“ Arbeitsplatzabbau, denn diese Arbeitsplätze sind für die Jugend verloren - und Gelsenkirchen steht schon an der Spitze der jugendlichen Hartz IV-Empfänger. Aus Verantwortung für die Jugend muss um jeden Arbeitsplatz gekämpft werden!

Keine Belegschaft kann heute mehr alleine erfolgreich kämpfen. Deshalb fördern wir mit ganzer Kraft den konzernweiten Kampf der Stahlbelegschaften auch über Ländergrenzen hinweg. Lassen wir uns nicht spalten!

Verzicht und gegenseitige Unterbietung mit anderen Belegschaften um die „Braut zum Verkauf zu schmücken“, kann nicht im Sinne der Arbeiter und Angestellten sein.

Jahrelang wurden aus den Kolleginnen und Kollegen Riesenprofite herausgeholt und die Produktivität gesteigert, auf unsere Knochen. Das genügt ihnen nicht. Thyssen Krupp gehört zum internationalen Finanzkapital und will die Poleposition auf dem Weltmarkt – um diese tobt ein gnadenloser Konkurrenzkampf auf dem Rücken der Belegschaften. Dieser läuft eben nicht immer nach Plan. Beim Hauen und Stechen zieht immer einer den kürzeren. Ihre Pläne mit den neuen Werken in Amerika und Brasilien sind nicht aufgegangen – diese Fehlspekulationen kennen wir von anderen Großprojekten. „Missmanagement“ ist das nicht - sondern der ganz normale kapitalistische Wahnsinn! Es ist überhaupt nicht einzusehen dass die Belegschaften dies ausbaden sollen.

Thyssen Krupp ist von Platz 74 der 500 größten Übermonopole im Jahr 2008 auf Platz 123 in 2009 abgesackt. Das zwang sie den Konzern neu zu strukturieren, und bis 2010 wurden bereits 16 500 Arbeitsplätze vernichtet. Mit Nirosta, Tailored Blanks oder den Federnwerken ging es weiter. Wenn nun im Stahlbereich indische und chinesische Konzerne an die Spitze drängen, dann wird eben von Thyssen Krupp die ganze Stahlproduktion in Frage gestellt. Es ist ihnen egal womit sie „Klassenbester“ werden – auf Kosten der Beschäftigten und ihren Familien wollen sie 500 Millionen Euro einsparen und ihr „Best in Class- reloaded- Programm“ durchziehen.

Die Stahlproduktion 2012 ist um 3,7 Prozent eingebrochen. Ein neuer Einbruch in der Weltwirtschafts- und Finanzkrise hat begonnen. Wir können uns nicht damit abfinden , dass dieses System von einer Krise in die nächste taumelt und keine positiven Alternativen zu bieten hat. Die materiellen Voraussetzungen für eine Gesellschaft, in der der Mensch im Mittelpunkt steht, und nicht der Profit das Maß aller Dinge ist, waren noch nie so weit herangereift wie heute.

Die MLPD fordert seit 1995, die Arbeitszeit auf 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich zu verkürzen. Das könnte bezogen auf den Krupp Thyssen Konzern tausende Arbeitsplätze erhalten. Es ist ein wichtiger Schritt, dass diese Forderung nun auch von fortschrittlichen Wissenschaftlern, Professoren und Gewerkschaftern aufgegriffen wird.

Kollegen von Duisburg und Dortmund haben sofort mit selbständigen Warnstreiks dem Konzern signalisiert: wir machen Euren Kurs nicht mit! Wer für die Zukunft der Jugend kämpft, erfährt die volle Solidarität. In diesem Sinne sichern wir euch unsere volle Unterstützung im Kampf um jeden Arbeitsplatz zu.

 

Mit solidarischen Grüßen

Toni Lenz (Sprecher des Kreisverbands)

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