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TRW-Kollegen: Gemeinsam aufstehen gegen Arbeitsplatzvernichtung im Revier!

20-02.13 - Dokumentiert aus der Kollegen-Zeitung "Selber lenken" bei TRW

Die TRW Zentrale arbeitet nach wie vor knallhart an ihrem Ziel 150 Entlassungen durch zu bringen. Dabei gibt es im Ruhrgebiet immer neue Hiobsbotschaften. Nach den Plänen zur Stilllegung der Kohlezechen bis 2018, der beabsichtigten Schließung des Opel Werkes in Bochum, der Vernichtung von 10 000 Arbeitsplätzen bei RWE und 6000 bei Eon, sowie der drohenden Streichung von 7000 Arbeitsplätzen bei Hochtief, kamen jetzt die Kahlschlagspläne von Thyssen Krupp Stahl ans Licht. Von Duisburg bis Dortmund soll es Entlassungen und Stilllegungen geben. Verkauft oder stillgelegt werden soll das Werk von Thyssen Krupp Electrical Steel an der Magdeburger Straße in Schalke mit 630 Kollegen. Es handelt sich hier um den Beginn eines neuen Einbruchs in der Weltwirtschaftskrise, die schon seit 2008 andauert.

Da fragt man sich, wo soll das alles noch hinführen und unsere Kinder eine Arbeit finden. Von 400 Euro Jobs kann man jedenfalls keine Familie aufbauen und ernähren.

Wir haben keinen Grund vor TRW auf die Knie zu fallen

Es ist eine Schande dass vom IG Metall Vorsitzende Huber in dieser Situation das Signal kam, die Schließung des Bochumer Opel Werkes sei nicht zu verhindern. Zu einer Zeit in der die Kampfbereitschaft der Arbeiter dagegen wuchs. Auch bei unseren Mahnwachen war dies zu spüren, Kollegen von Opel waren da, die Stimmung für Streik wuchs, die Parole war und ist: „kein Arbeitsplatz wird kampflos aufgegeben.“

Es ist ein Unding, dass die Betriebsratsspitze zwei Wochen Geheimverhandlungen führte und dann als Ergebnis 80 Entlassungen bekannt gab. Von wem hat der Betriebsrat das Mandat dazu? Warum wurde die Belegschaft nicht laufend informiert und nach ihrer Meinung gefragt? Dieses Ergebnis ist doch ein Kniefall vor TRW und ihrer Zermürbungstaktik! Das kann keinesfalls akzeptiert werden! Jeder weiß doch dass dies nicht das Ende der Fahnenstange sein wird.

Sozialverträglicher Arbeitsplatzabbau“ - das ist ein Hohn

Das TRW Konzept sieht vor auch in der Krise maximalen Profit zu machen. Deswegen sollen auch das Werk in Livorno und in Pamplona umstrukturiert werden. In Gelsenkirchen soll das Werk auf Pilotentwicklungen geschrumpft werden und die Produktion in Billiglohnländer verlagert werden. Sie werden ihr Ziel, die Belegschaft auf ein Minimum zu schrumpfen, weiter verfolgen. Dass das Ganze auch noch als „Sozialverträglich“ über „Altersteilzeit und freiwillige Abfindung“ verkauft wird, ist ein Hohn. Dieser Betrug dient nur dazu, den entschlossenen gemeinsamen Kampf um jeden Arbeitsplatz zu verhindern. Immer mehr Arbeiter und Angestellte geraten in Altersarmut und die Jugend findet keine Arbeit. Es kann für uns nur eins geben: festzuhalten an der Forderung, um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen, und einen Streik vorzubereiten. Alles andere bedeutet eine Unterordnung unter das Krisenprogramm von TRW und die Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiter und Angestellten.

Eine gute Initiative

Über hundert Wissenschaftler haben letzte Woche die 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich gefordert. Eine Forderung die die MLPD seit 15 Jahren in ihrem Programm hat. Sie geht davon , dass die Konzerne und Banken die Krisenlasten tragen sollen! Diese Arbeitszeitverkürzung muss auf Kosten ihrer Profite durchgekämpft werden, gegebenenfalls als Konzernvereinbarung mit einem Streik! Dabei stehen wir nicht alleine, auch andere Belegschaften haben daran Interesse – gerade in der Autoindustrie!

Der Rockabend am 24 Januar und auch der Besuch bei den Mahnwachen durch Vertreter anderer Betriebe und Gewerkschaften zeigt: wer kämpft erfährt Solidarität und nicht wer einknickt. Sie alle wollen wie wir, dass gegen die Massenarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit der Jugend eine Zeichen gesetzt wird. Gerade im Ruhrgebiet brauchen wir ein gemeinsames Aufstehen gegen die Arbeitsplatzvernichtung!

Der TRW Zentrale die Rote Karte!

Es ist an der Zeit, dass die Betriebsratsspitze ihre Verhandlungen über Entlassungen einstellt und der Werksleitung die Rote Karte zeigt. Wichtig ist, die Solidarität mit anderen Belegschaften und den Werken in Livorno und Pamplona zu organisieren. Auch der Vorschlag der Stadtverordneten Monika Gärtner-Engel vom Wahlbündnis AUF Gelsenkirchen ist gut: „Zur ruhrgebietsweiten Vernetzung der Solidarität sollte der von Opel Betriebsrat und IGM Bochum geplante Solidaritätstag am 3. März unterstützt werden, der wegen des Verbots von Seiten der Geschäftsleitung nicht auf dem Opel Gelände, sondern in der Innenstadt von Bochum stattfindet.“

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