Gelsenkirchener Bürgerbewegung Montagsdemonstration 416. Montagsdemo verurteilt israelische Angriffe

Am 19.11.2012 fand heute die 416. Montagsdemo statt, die 415. Montagsdemo war die „Sonderschicht“ beim Europäischen Streik- und Aktionstag – so beschlossen von den Teilnehmern mit großer Mehrheit.

Auf der Kundgebung stand die Aggression der israelischen Armee gegen das palästinensische Volk im Zentrum des entschiedenen Protestes. Mehrere Redner kritisierten, wie hier die Medien immer wieder verbreiten, die Palästinenser würden diese Eskalation der Gewalt provozieren. Unter Beifall der Zuhörer erklärten sie ihre Solidarität mit dem mutigen palästinensische Befreiungskampf und forderten, dass die Netanjahu-Regierung ihre Aggression gegen den Gazastreifen sofort einstellt und der internationale Protest dieser Forderung Nachdruck verleihen muss.

 

Die Montagsdemo diskutierte am offenen Mikrofon über die Lage bei TRW, erklärte sich solidarisch und rief auf, zu den Aktionen bei TRW zu gehen. Sie unterstützt den Kampf um jeden Arbeitsplatz und begrüßt die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung, um Entlassungen zu verhindern – allerdings nach Meinung der Redner nicht, indem die Belegschaft 1/3 dafür zahlt, die Allgemeinheit 1/3 und TRW ebenfalls nur 1/3! Genauso kritisch wurde diskutiert, dass radikale Aktionen bei Ford Genk nicht dazu dienen können, die Abfindungen zu verdoppeln. „Diese Auseinandersetzungen verstehen wir als Teil eines länderübergreifenden Lernprozesses“, so die Moderatorin Monika Gärtner-Engel.

 

Glück wünschten die Montagsdemonstranten auch Jordanis Georgiou, der mit Beharrlichkeit und Erfolg die Solidarität mit den griechischen Stahlarbeitern voranbrachte und bei der Übergabe des LKW's voller Spenden in Aspropirgos mit einer IGM-Delegation vor Ort war. Mit ein Erfolg seiner Arbeit ist es, dass die Arbeit und Solidarität in der IGM fortgesetzt werden soll und nun ein Aufruf des bezirklichen Migrantenaussschusses der IGM NRW dazu an den Bundeskongress verabschiedet wurde.

 

Heiß diskutiert wurde auch die Energiefrage. Peter Reichmann, Physiker und Betriebsrat bei Pilkington hatte recherchiert: „An der Leipziger Strombörse zahlen die Großabnehmer im Mittel 4,4 Cent, 15 % weniger als letztes Jahr. Die ganzen Begründungen für den angeblich teuren Strom sind reiner Betrug, und RWE, E.ON und Co erhöhen kräftig ihre Profite.“ Die Kritik an dieser Politik der Energiekonzerne verbanden Teilnehmer mit einer positiven Antwort: Für ein Manifest zur sofortigen Abschaltung aller AKW's weltweit (online unter www.icor.info) wurden Unterschriften gesammelt.

 

Wie sieht Gewalt gegen Frauen aus?  Ein unglaubliches Beispiel war dafür der Tod einer Schwangeren in Irland, der ein Schwangerschaftsabbruch verweigert wurde, auf der Grundlage einer restriktiven Gesetzgebung und Auslegung, auch seitens der katholischen Kirche. Sie bezahlte das mit dem Leben, mehrere tausend Menschen demonstrierten am Mittwoch in Dublin vor dem Parlament für eine Lockerung des Verbots des Schwangerschaftsabbruches. Aus vielen Gründen der Verurteilung der Gewalt an Frauen lud eine Teilnehmerin zu verschiedenen Aktivitäten in Gelsenkirchen ein:  zu  drei Aktionen mit Hissen der Fahnen von Terre de Femmes, zu einem Reisebericht der „Weltfrauen NRW“ in 6 asiatische Länder, des weiteren zu Demonstration und anschließendem Zusammensein, dazu lädt das Frauennetzwerk GE am 24. November um 14 Uhr ein, Treffpunkt Bahnhofstr. Ecke Arminstr.

 

Ein Geburtstagslied gab es für den 74-Jährigen Freund, eine „Säule der Montagsdemo“ und ein Vorbild für die Jugend. Sein Wunsch richtete sich an die Menschen rund um die Montagsdemo: „ … dass die Leute stehen bleiben und mitkriegen, was wir auf der Palette haben.“ In der Tat gibt es zunehmend Interessierte, die nachfragen, die der Debatte folgen, mit einer kleinen und großen Spende ihre Zustimmung zeigen, uns ein „macht weiter so!“ mit auf den Weg geben, ein Stück der Demo mitgehen ...

 

Mit freundlichen Grüßen und der Bitte um Berichterstattung,

Martina Reichmann

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