29.06.11 - Montagsdemo für sofortige Stilllegung aller AKWs weltweit

Am offenen Mikrofon stand die aktuelle Diskussion um den „Ausstieg aus der Kernenergie“ im Mittelpunkt. Thomas Kistermann, einer der Moderatoren des offenen Mikrofons betonte eingangs die Notwendigkeit, die Atomkraftwerke sofort und weltweit abzuschalten und forderte auf, dazu den aktiven Widerstand zu entwickeln.

Toni Lenz begründete, warum die Unterwerfung der Grünen – Spitzenpolitiker unter den Regierungs-“Ausstiegs“-Kurs nicht hinnehmbar ist: Das jahrelang weiterbestehende Risiko von GAUs wie in Fukushima, der jährliche Anfall von etwa 30 Tonnen strahlendem Müll pro Atommeiler, von dem niemand weiß, wo er hin soll, die deutliche Erhöhung der Krebsraten im Umfeld der Atommeiler u.a.

Lisa Gärtner griff das Marx-Zitat auf, das von Renate Künast (Grüne) als „Argument“ für die Unterordnung unter den Atom-Kurs von Kanzlerin Angela Merkel benutzt wurde: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“ Lisa dazu: Wenn jemand die kapitalistische Welt nicht verändert, dann doch solche „Grünen“ wie Renate Künast, die ja dazu sagen, dass diese menschheitsgefährdende Technologie im Profitinteresse möglichst lange weitergefahren wird.

Klaus Arnecke ergänzte, dass selbst eine beschlossenes Ausstiegsjahr 2022 als Ende der AKWs in Deutschland keineswegs gesichert sei; eine spätere Bundesregierung könne durchaus wieder anders entscheiden. Wie glaubwürdig die Regierungsparteien seien, zeigt ein kurzer Rückblick: Bei der Bundestagswahl 1998 stellte sich die Partei der Grünen zu Wahl mit dem Versprechen, sofort aus der Kernenergie aussteigen zu wollen. Als Regierungskoalition mit der SPD stimmte sie dann einer „Restlaufzeit“ von 30 Jahren zu. Die Politiker machen sich also durchaus zurecht Sorgen um ihre Glaubwürdigkeit.

Ein griechischer Teilnehmer der Montagsdemo berichtete über die Lage der „normalen“ Leute in Griechenland, über die er von seiner Familie durch Telefongespräche erfährt: während die Preise stark ansteigen – ein Kilo Schafkäse ist in Griechenland teurer als bei uns – werden die Gebühren erhöht, die Renten gekürzt usw., allerdings nichts davon für die Superreichen wie z. B. die Reeder-Familien. Die Masse der Leute sagen: „Das sind nicht unsere Schulden – Ihr verkauft uns, ihr seid Räuber und Diebe“. Das Geld „für Griechenland“ landet auch nicht bei „den Griechen“. Hier wird im Interesse griechischer und europäischer Banken eine Umverteilung organisiert. Die Angst der griechischen und europäischen Regierungen besteht vor allem darin, dass die Masse der Menschen das nicht hinnehmen und der Funke der Rebellion auf andere Länder übergreift.

Die Montagsdemo grüßte auch die Frauen-Fußball-Nationalmannschaft und wünschte ihnen viel Erfolg bei der Weltmeisterschaft. Aktuell berichtete und wird darüber berichten der Montagsdemonstrant Manfred Kunze; er war der erste Mädchenmannschaftstrainer der Emscher Region.

Am Montag, den 4. Juli 2011 findet am Platz der Montagsdemo, ehemals Preuteplatz  ab 18.00 Uhr die 348. Gelsenkirchener Montagsdemonstration als Tag des Widerstands statt - gegen Hartz IV und für die sofortige Stilllegung aller AKW's weltweit.

 

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Wilhelm

i.A. der Bürgerbewegung

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