Aktiver Widerstand für das Verbot von Fracking – weltweit!

Resolution der ICOR vom 22.09.2014

Am Samstag, den 11. Oktober, dem Global Frackdown Day, werden weltweit Frackinggegner auf die Straße gehen, Blockaden oder Informationsveranstaltungen durchführen. Auf allen Kontinenten, besonders in Nordamerika und Europa, entwickelt sich der Widerstand gegen Fracking (hydraulic fracturing). Große Energiekonzerne wie ExxonMobile, BP, BASF mit ihrer Tochter Wintershall oder CEP (Central European Petroleum) lassen in Tausenden von Metern Schiefergesteinsschichten aufbrechen, um Gasreserven aus dem Boden zu fördern. Das EU-Rahmenprogramm HORIZON soll Energiemonopole beim Fracking als eine „sichere, saubere und effiziente Energie“-Gewinnung bis 2020 mit 80 Mrd € subventionieren. Sicher sind nur die Höchstprofite, die den internationalen Energiemonopolen winken.

Frackdown day

In Europa wird Fracking in bürgerlichen Medien allerhöchstens als „riskant“ bezeichnet. Dabei wurden in den USA schon ganze Landschaften verwüstet und unbewohnbar gemacht:

  1. Das Grundwasser wurde durch das eingepresste Wasser-Sand-Chemikaliengemisch nachhaltig vergiftet und tiefliegende Ökosysteme zerstört. Millionen Menschen und Tieren wurde der Zugang zu sauberem Trinkwasser, auch aus Flüssen verwehrt. 25% des Giftcocktails wurden wieder an die Oberfläche gedrückt und verseuchen die Atemluft.

  2. Radioaktive Stoffe, die aus der Tiefe gehoben werden, wirken krebserregend. In der Nähe von Bohrlöchern ereigneten sich schon mehrfach Erdbeben.

  3. Die Verbrennung des meist methanhaltigen Gases verstärkt den CO-2-Ausstoß und damit die drohende Klimakatastrophe.

Die Vermüllung der Ozeane und Kontinente, die Zerstörung der Regenwälder und der Ozonschicht, die Risikoförderung von Gas, Kohle, Öl, Uran und anderen Rohstoffen führen zu schwerwiegenden Schäden der Biosphäre und einer wachsenden chronischen Vergiftung der Massen weltweit.“ (aus der Resolution des 2. Weltkongresses der ICOR im Kampf gegen die drohende globale Umweltkatastrophe vom April 2014, veröffentlicht auf der Homepage von ICOR). Damit wird das Fracking zu einem weiteren wesentlichen Faktor für den beschleunigten Übergang zu einer globalen Umweltkatastrophe.

Um für die Bevölkerung das Fracking akzeptabel zu machen, wird „clean fracking“ und der Schutz von Trinkwassergebieten in Aussicht gestellt. Grundwasser kennt aber keine Grenzen und Fracking funktioniert nur mit einem zugesetzten Giftcocktail. Auch über „Probe“bohrungen soll ein Beruhigungseffekt erreicht werden, aber damit sollen Tatsachen geschaffen werden. Für die Erhaltung unserer natürlichen Umwelt und damit unserer menschlichen Existenz kann es nur die Forderung geben:

Verbot von Fracking – weltweit! Umstellung auf 100% erneuerbare Energien!

Wenn Staaten wie Frankreich und Bulgarien oder einzelne Gemeinden und Regionalregierungen bisher Fracking verboten haben, sollen sie nach dem Willen der Europäischen Kommission mit entsprechenden Verfahren bedroht werden. Nur damit Fracking Höchstprofite erbringt. Ohne jegliche Rücksicht auf die Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlagen durch das imperialistische System. Da helfen auch keine gut gemeinten Appelle an die „Vernunft“ der Herrschenden. In der Resolution der 2. Weltkonferenz der ICOR heißt es:

In dieser Situation muss sich die Umweltbewegung international neu orientieren und aufbauen. Die Grundlage muss der aktive Widerstand zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft sein. Sie muss offen sein für eine Gesellschaftsordnung ohne Ausbeutung von Mensch und Natur.“

Marx und Engels haben bereits die Einheit von Mensch und Natur als grundlegend für eine fortschreitende gesellschaftliche Entwicklung herausgestellt.

Die ICOR muss sich der Aufgabe stellen, in ihren eigenen Reihen und unter den Massen für ein neues, höheres Bewusstsein einzutreten über die Dringlichkeit der Umweltfrage und ihrer Lösung in Einheit mit der Vorbereitung und Durchführung der sozialistischen Revolution weltweit. Ohne Verteidigung und Weiterentwicklung der Lehren des Marxismus-Leninismus von der grundlegenden Einheit von Mensch und Natur, ohne Verteidigung der sozialistischen umweltpolitischen Errungenschaften, ohne den Kampf zur Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen kann heute die internationale sozialistische Revolution nicht mehr erfolgreich vorbereitet und durchgeführt werden!“

Es war eine Errungenschaft der damals noch sozialistischen Sowjetunion, dass sie nach der Oktoberrevolution trotz riesiger Kohle- und Erdgasvorräte bei der Stromerzeugung der Wasserkraft den Vorrang gab und so die Einheit von Mensch und Natur weiter entwickelte.

Inzwischen wächst weltweit der Widerstand gegen das Fracking an. Die unterzeichnenden Parteien und Organisationen von ICOR Europa unterstützen nach Kräften die Widerstandsaktionen und setzen sich für den Aufbau einer internationalen Widerstandsfront gegen die drohende globale Umweltkatastrophe ein. Um die Einheit von Mensch und Natur zu erhalten, muss das imperialistische System beseitigt werden. In diesem revolutionären Kampf fällt der Arbeiterklasse die führende Rolle zu. Die ICOR-Parteien sind sich bewusst, „dass erst der Sieg des Sozialismus weltweit die kapitalistische Umweltkatastrophe verhindern kann. “(Resolution der 2. Weltkonferenz der ICOR).

  1. Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft!

  2. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!

  3. Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt euch!

  4. Stärkt die ICOR-Parteien!

Die ICOR hat bei ihrer Gründung im Oktober 2010 vier gemeinsame jährliche Kampftage beschlossen: den 8. März als internationalen Kampftag für die Befreiung der Frau, den 1. Mai als internationalen Kampftag der Arbeiterklasse, einen internationalen Kampftag gegen Faschismus und Krieg am 8./9. Mai, 6. August oder 1. September und den internationalen Kampftag zur Rettung der natürlichen Umwelt. Er wird 2014 am 6. Dezember weltweit begangen während der gleichzeitig stattfindenden Weltklimakonferenz in Lima.

Weitere Informationen zur ICOR und den Kreis der Unterstützer dieser Resolution finden Sie hier

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