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Keine kleinen Brötchen für Dornröschen…..

...darin waren sich die etwas 70 Besucherinnen und Besucher einer spannenden Podiumsdiskussion zum Thema Niedriglohn einig. Eingeladen hatte zum 8. März der Arbeitskreis Frauen der IG Bau-Agrar-Umwelt ins IG Metall- Haus in Gelsenkirchen.

Unter der Moderation von Bundesfrauensekretärin Sylvia Honsberg diskutierten Yasemin Rosenau, IGM Bevollmächtigte und Betriebsrätin Vaillant, NGG Gesamtbetriebsratsvorsitzende bei Nadler Feinkost Suzann Schmitz, Susi Neumann, frisch gewählte IG Bau..-Bezirksvorsitzende und Putzfrau sowie Petra Müller als ver.di Bezirksfrauenratsvorsitzende. Hahn im Korb war der Gelsenkirchener OB Frank Baranowski, der seinen frauenpoltischen Respekt vor den Veranstalterinnen mit über 30- minütiger Verspätung zum Ausdruck brachte.

„Frauen verdienen mehr“, diese gewerkschaftliche Losung wurde anschaulich begründet. Yasemin Rosenau berichtete von einer Leiharbeit, die sich für Frauen verdoppelt habe. Die NGG-Kollegin forderte eine Neubewertung der Arbeit. Bäckereien hätten komplett auf 400 € - Jobs umgestellt; Löhne von 6 € bei McDonald, 1,70 € Stundenlohn bei ausgelagerter Reinigung in den Hotels, wobei 10 Zimmer in einer Stunde fertig geputzt werden müssen machen die besondere Ausbeutung der Frauen deutlich. Sozialversicherung vom ersten Cent  Verdienst an – eine wichtige NGG – Forderung.

Petra Müller, Erzieherin  prangerte Lohndumping von HARTZ IV an, wo Küchenhilfen in den KiTas mit befristeten 1€ - Jobs eingespart werden. Sie forderte die 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich. Auch in den Gewerkschaften sei auf eine Offenheit für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung nicht zu verzichten.

Bewegend auch die Berichte von Susi Neumann, die von der Gängelung und Rechtlosigkeit der Putzfrauen durch befristete Verträge sprach: kein Mutterschutz, Kündigungsschutz, keine Betriebsräte…

Der OB versuchte sich wacker zu schlagen. Er bemühte die ausgeleierte Sachzwang – Masche: „Wo kein Geld da ist, kann man….“ Sachliche Vorhaltungen, wie Milliongräber Hans-Sachs-Haus und Crossborder leasing ließen ihn dann doch ungehalten werden. Als er punkten wollte, dass für Putzfrauen bei der Stadt ordentliche Löhne gezahlt würden und nur „wenige“ seien von Privatfirmen, bekam er den Zuruf: „32 % Outsourcing bei der Stadt“. Das führte gar zum "Zicken"alarm beim sonstigen Sunnyboy ("auch Obama von Gelsenkirchen" genannt). „Mit der MLPD spreche ich überhaupt nicht!“ rief er dem Kollegen zu. Tja, wenn man keine Argumente hat...

Die Empörung und für manche auch der Frust nach dem leblosen Frauentagsempfang der Gleichstellungsstelle mit einer Handtaschenausstellung (!) machte sich Luft in der Bereitschaft, sich für die Vorbereitung der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2011 in Gelsenkirchen mehr zu vernetzen.

Wie bemerkte eine Teilnehmerin: „Allein die Unverschämtheit von Baranowski gegenüber der MLPD könnte mich schon dazu bewegen, in die MLPD einzutreten“.

Gute Idee!

 

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