1. September - Antikriegstag

Redebeitrag von Anna Bartholomé (MLPD-Gelsenkirchen) zum Antikriegstag 2010

Am 1. September 1939 begann der II. Weltkrieg mit einer dreisten Lüge: „Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen“ - plärrten die Radiostationen der Hitlerfaschisten. Sie hatten SS-Leute für einen angeblichen Angriff auf deutsches Territorium in die Uniformen polnischer Soldaten gesteckt und so ohne Kriegserklärung den Überfall auf Polen gerechtfertigt. Bereits bei den Bombardements in den ersten Stunden des 1. September wurde die kleine polnische Stadt Wielun zu 70 % zerstört, starben 1.200 Menschen.

Keine 10 Jahre später, nach dem Ende dieses furchtbaren, Millionen Menschen in Tod und Verderben stoßenden Weltkriegs, wurde der 1.September zum Gedenktag - „Weltfriedenstag“ in der damaligen DDR, „Antikriegstag“ in Westdeutschland.

Heute befindet sich Deutschland wieder im Krieg – unter anderem im ehemaligen Jugoslawien, vor der Küste des Libanon, auf „Piratenjagd“ am Horn von Afrika und seit 2001 in Afghanistan.

Und wieder wird unverfroren gelogen, um die Bevölkerung für das blutige Geschäft zu gewinnen. Um die Verfolgung der (von den USA höchstselbst aufgezogenen Taliban) gehe es, den Wiederaufbau nach jahrzehntelangen Kriegen wolle man fördern, die Rechte der unterdrückten Frauen gewährleisten...
Aber auch diese Lügen haben kurze Beine: Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung lehnt in verschiedenen Umfragen den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr ab und fordert den unverzüglichen Rückzug.

Da laufen bislang auch vom US-Geheimdienst CIA ausgearbeitete Pläne für PR-Kampagnen weitgehend ins Leere.
Da kann auch ein „Verteidigungs“minister von und zu Guttenberg, der sich bei Besuchen „bei der Truppe“ wie ein Bundeswehr-Werbemodel fotografieren lässt, nur mäßige Begeisterung bei Jugendlichen wecken, die mit Geld und hohlen Versprechungen für den Einsatz geködert werden sollen.

Da muss im Gegenteil ein Bundespräsident Horst Köhler nicht zuletzt deshalb zurück treten, weil er allzu offen die wirklichen Ziele der Bundeswehr preis gab: die Sicherung von Rohstoffquellen und ihrer Transportwege für die Realisierung der Maximalprofite deutscher Konzerne.
Diese Zielsetzung unterstreicht auch eine vor wenigen Tagen (unfreiwillig) publik gewordene Bundeswehrstudie, die ausführlich Krisenszenarien für den Fall der Verringerung der weltweiten Ölförderung – und vor allem ihres ungehinderten Zugangs für die Imperialisten darlegt und eine „allgemeine Systemkrise“ befürchtet, wenn die Völker sich nicht länger mehr ausrauben lassen wollen.

Da schließt sich der Kreis: auch die Hitlerfaschisten führten ihren verbrecherischen Krieg, um  der Gier deutscher Großkonzerne nach Rohstoffquellen und expandierenden Märkten nachzukommen, dabei die imperialistischen Konkurrenten auszustechen – vor allem aber die sozialistische Sowjetunion als grundlegendste Bedrohung ihrer Weltherrschaftspläne nieder zu ringen.

Mit vielen Friedensfreunden überall im Land gemeinsam fordern die MLPD und ihr Jugendverband den sofortigen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan und von allen anderen Auslandseinsätzen.
Wie viele Revolutionäre und Marxisten-Leninisten auf der ganzen Welt wissen wir, dass es dauerhaften Völkerfrieden nur geben wird, wenn der Imperialismus weltweit nieder gerungen und damit die Wurzel imperialistischer Kriege ausgerissen sein wird.

Für Frieden und Völkerfreundschaft – vorwärts zum echten Sozialismus!


Artikelaktionen