Die Stilllegung der Zechen akzeptieren wir nicht!

So titelt der aktuelle VORORT in seiner Dezember-Ausgabe

Die EU-Kommission hat ihren Beschluss vom Juli rückgängig gemacht, nach dem alle Zechen in Deutschland bis 2014 geschlossen werden sollten. Dieses Zugeständnis hätte es nicht gegeben, wenn nicht die kämpferische Bergarbeiterbewegung u.a. mit der MLPD dagegen Front gemacht hätte.
Merkel, RAG und IGBCE-Führung hatten die Bergleute jahrelang betrogen
– ihr „Kohle- Kompromiss“ von 2007 war nie gültig. Jetzt legten sie sich bei der EU ins Zeug, weil sie Angst hatten vor einem neuen selbständigen Kampf der Bergleute. Dabei wurde nun ihr Fahrplan für weitere Zechenstilllegungen verschärft. Wenn die Subventionen
erheblich schneller zurückgefahren werden, werden auch Zechen noch früher stillgelegt als geplant. Die versprochene Revisionsklausel, nach der 2012 geprüft werden sollte, ob der Bergbau nach 2018 weitergeführt wird, wurde komplett gestrichen! Das heißt, spätestens 2018 soll alles dicht sein.
Dagegen wendet sich die MLPD entschieden. Allein im Ruhrgebiet sind über 100 000 Arbeitsplätze davon betroffen.

Bei uns in Gelsenkirchen wohnen noch etwa 2000 aktive Bergleute – wo sollen sie Arbeit finden? Die Nichtübernahme der Jungbergleute (siehe Seite 6) ist der Anfang von Massenentlassungen im Bergbau. Als gäbe es nicht schon genug arbeitslose Jugendliche. Sie müssen sich heute bei Leihfirmen bewerben für Löhne mit denen man kaum existieren, geschweige denn eine eigene Familie gründen kann. Es ist auch nicht hinzunehmen, dass mit dem Bergbau eine wichtige Tradition und Kultur der Menschen im Ruhrgebiet zu Grabe getragen werden soll.
Die MLPD ist gegen die Stilllegung des Bergbaus in Deutschland. Kohle ist ein wertvoller Rohstoff. Das Argument: „Der Bergbau hat sowieso keine Zukunft“, ist Unsinn. Die heimische Steinkohle wird im Interesse künftiger Generationen dringend gebraucht.
Die Verbrennung zu klimazerstörendem CO2 und das Absaufen der Lagerstätten ist allein der Profitgier internationaler Monopole geschuldet. Aus Kohle könnten biologisch abbaubare Kunststoffe, moderne Leichtbaumaterialien und vieles mehr hergestellt werden. Heute bestimmt jedoch die Profitlogik international operierender Konzerne das Handeln, sie lassen in Indien und China für Hungerlöhne Kohle abbauen, unter miserablen Bedingungen, eine Schweinerei!
Sie wollen in Deutschland neue umweltschädigende Kohlekraftwerke bauen und sie mit billiger Importkohle betreiben. Erst in einer künftigen, sozialistischen Gesellschaft wird von den Bedürfnissen der Massen und von einer gesunden Umwelt ausgegangen.

Die Bergleute müssen sich auf harte Kämpfe um ihre Zukunft einstellen, auf ihre eigene Kraft vertrauen und sich besser organisieren. Ebenso die Arbeiter und Angestellten in anderen Branchen. Gut dass die schwarz-gelbe Regierung angezählt ist. Zehntausende kämpfen gegen Atomkraftwerke und Stuttgart 21.
Auf den sogenannten „Aufschwung XXL“ des Wirtschaftsministers Brüderle zu hoffen wäre die reine Fata Morgana. Die gegenwärtige relative Belebung der BRD-Wirtschaft ist auf Sonderfaktoren im Export zurückzuführen, der Vorkrisenstand ist noch nicht mal erreicht.
In der Autoindustrie wird mit der Vernichtung von 240 000 Arbeitsplätzen gerechnet, allein bei Opel Bochum sollen 1800 Kollegen bis Ende 2011 gehen. Der gemeinsame Kampf um Arbeits- und Ausbildungsplätze wird immer dringender.
Um Krisen abzuschaffen, um eine Zukunft der Jugend und der arbeitenden Menschen zu erreichen, muss der Kapitalismus überwunden werden. Die MLPD, die Partei des echten Sozialismus zu stärken – das wäre doch ein guter Schritt für 2011!

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