Aktuell: Erdbeben löst atomaren GAU in Japan aus

Bericht aus RF-neews: Die weltweite Sorge vor einem atomaren Super-GAU, einer Atomkatastrophe in Folge des Erdbebens und Tsunamis vor der Nordostküste Japans, wuchs seit dem Erdbeben stündlich.

Seit etwa 12.30 Uhr MEZ spricht auch die japanische Regierung offiziell von einem GAU, dem "Größten Anzunehmenden Unfall". Nach Explosionen, Einsturz von Dach und Mauern im AKW Fukushima I ist die Kernschmelze eingeleitet. Schon Stunden vor der offiziellen Bestätigung waren erhöhte Werte radioaktiver Strahlung auch im Umland des Kraftwerks gemessen worden.

Offenkundig waren auch die Experten der "sichersten AKW's der Welt" nicht in der Lage, die Auswirkungen der Naturkatastrophe in den Griff zu kriegen. Als Folge des verheerenden Erdbebens mit mehreren Tausend Toten am Freitag, den 11. März, kam es zu einer schweren Explosion in Japans größtem Atomkraftwerk Fukushima. Ähnlich wie 1986 in Tschernobyl wurde die Reaktorhülle teilweise zerstört, große Mengen Radioaktivität treten aus. Millionen Menschen in der Umgebung des AKW und in der nur 250 Kilometer südlich gelegenen Region Tokio sind in akuter Gefahr, die von den japanischen Medien bisher noch zum Teil heruntergespielt wurde. Im Umkreis von 20 Kilometer um das zerstörte AKW wurden Maßnahmen zur Evakuierung eingeleitet.

In weiten Teilen Japans sind Menschen auf der Flucht, nachdem der atomare Notfall ausgerufen worden war. Unser Mitgefühl und Solidarität gilt allen Opfern und Betroffenen! Das Erdbeben zerstörte das Kühlsystem des Atomkraftwerks, was dazu führte, dass die Brennstäbe sich trotz Abschaltung des Atomkraftwerks so stark erhitzen, dass die Hüllrohre und der Kernbrennstoff schmelzen und am Boden des Reaktorbehälters zusammenlaufen. Reaktorbehälter und Gebäude des AKW brennen durch und es können große Mengen an Radioaktivität freigesetzt werden.

Die Autokonzerne Nissan und Honda haben jede Produktion eingestellt. Die japanische Regierung ruft die Bevölkerung zur Ruhe auf. Die begonnene Katastrophe ist der tragische Beweis für den verbrecherischen Irrtum einer beherrschbaren Atomenergie. Internationale Hilfsmaßnahmen und Rettungsaktionen sind eingeleitet. Die wichtigste politische Schlussfolgerung ist die unverzügliche Abschaltung aller AKW und ein sofortiges Ende für alle weiteren Ausbaupläne, wie sie auch von deutschen Atomkonzernen betrieben werden.

Unverschämt und menschenverachtend sind die Äußerungen von Umweltminister Norbert Röttgen, der erklärte, dass für die Bevölkerung in Deutschland keine Gefahr bestehe, und er derzeit keinen Anlass für politische Konsequenzen sehe. Ein solcher Umweltminister muss in so einer Situation zurücktreten!

In Stuttgart (siehe Korrespondenz), Ahaus bei Münster und eventuell anderen Orten finden heute Demonstrationen für die sofortige Stilllegung aller AKW's statt, zu denen die MLPD aufruft und sich nach Kräften daran beteiligt.

Seit 13.30 Uhr steht die Menschenkette in Stuttgart komplett, die Menschen sind aufgebracht und empört aufgrund der aktuellen Situation und der Haltung der Bundesregierung, die Laufzeiten verlängern zu wollen.

Treffpunkt in Ahaus ist um 18.30 Uhr vor dem Tor des Zwischenlagers, Ahaus Ameln 59.

Infos über weitere Protestaktionen hier

Eine Bitte an alle Leser: aktuelle Hinweise, Recherchen und Informationen zum Thema bitte an redaktion@rf-news schicken.

 

Nutzt die Montagsdemonstrationen zum weiteren Protest

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