Neuer VORORT: Keine Massenentlassungen im Bergbau!

Still und heimlich wollte die RAG die Bergleute aufs Kreuz legen: Mit einem Tarifvertrag mit der IGBCE-Führung vom 29. 2. 2012 soll die „Abwicklung der Bergleute“ bei Beendigung des Steinkohle-Bergbaus geregelt werden!

Bergleute und Presse wurden zuerst durch die Kumpel-Zeitung „Vortrieb“, die Kumpel-Initiative „Kumpel für AUF“ und Unterstützer der Montagsdemonstration informiert.
Die Heimlichtuerei hat ihre Gründe – denn versprochen war den Kumpel: „keiner fällt ins Bergfreie“! Doch mit dem Tarifvertrag kommt auf den Tisch, dass das Lug und Trug ist.
300 von 750 Jungbergleuten wird dieses Jahr der Vertrag nicht verlängert. Das ist bereits eine Massenentlassung!
Ab dem 1. April 2012 können Bergleute bei „Wegfall ihres Arbeitsplatzes“ innerhalb des Bergbaus bundesweit verschoben werden. Sie können aber auch an andere Betriebe verliehen oder ganz abgegeben werden. Dabei erhalten sie zuerst ein „Angebot“ in 150 Kilometer Entfernung mit wenigstens 90 Prozent des bisherigen Lohns. Lehnen sie dieses „zumutbare“ Angebot ab, erhalten sie ein zweites „Angebot“, dieses Mal bundesweit (!) und in Benelux-Ländern, mit wenigstens 80 Prozent des Lohns. Lehnen sie das auch ab, können sie gekündigt werden!

Das gilt für alle Bergleute der RAG, auch solche, denen bisher zugesagt wurde, dass sie mit Schließung des Bergbaus 2018 in „Anpassung“ gehen könnten, also angeblich „in Sicherheit“ seien.
Kumpel die nur einen befristeten Arbeitsplatz haben, können mit der Ablehnung des zweiten „Angebots“ sogar fristlos gekündigt werden. Das bedeutet, sie sind sofort aus dem Betrieb, verlieren sämtliche erarbeiteten Ansprüche und bekommen 3 Monate kein Arbeitslosengeld! Es ist nach Opel Bochum und Nirosta Stahl der dritte Angriff auf große Belegschaften im Ruhrgebiet.
Die Stilllegung der Bergwerke und geplante Massenentlassungen können nicht akzeptiert werden! Kampf um jeden Arbeitsplatz und für die Übernahme der Auszubildenden und Jungarbeiter!
Völlig zu Recht hat die Initiative „Kumpel für AUF“ ein „Programm für eine lebenswerte Zukunft“ aufgestellt. Es geht vor allem darum, wie unsere Jugend, unsere Kinder in Zukunft leben können, dieses ganze System muss in Frage gestellt werden. Dafür müssen die Kumpel und ihre Familien Verantwortung übernehmen.
Die MLPD arbeitet seit Jahrzehnten an allen Zechen, sie unterstützt die kämpferische Bergarbeiterbewegung mit Rat und Tat und fördert den internationalen Zusammenschluss der 21 Millionen Bergleute in aller Welt. Sie wird auch die Solidarität organisieren. Die Entscheidung zu kämpfen, müssen die Kumpels selbst treffen, aber auf die Unterstützung der Belegschaften und der Bevölkerung im Ruhrgebiet können sie zählen – deren Herz für die Kumpels schlägt!

 

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