Bericht von der Antikriegstagskundgebung in Gelsenkirchen

Bei sonnigem Wetter hatten sich unter aufmerksamen respektvollen Blicken der Umstehenden etwa 80 Teilnehmer der Gelsenkirchner Friedensbewegung auf dem Platz der Montagsdemo eingefunden, um den Antikriegstag zu begehen.

Anknüpfend an der schon bewährten Tradition war das Bündnis aus linken Organisationen (Die Linke, DKP, MLPD, Jugendverband REBELL), aus Gewerkschaftern, Vertretern von überparteilichen Organisationen (Frauenverband Courage, AUF Gelsenkirchen, Vereinigte der Verfolgten des Nazi-Regimes VVN, Solidarität International), Hausfrauen, Rentnern und weiteren Einzelpersonen diesmal noch breiter. In Gedichten, Liedern und Redebeiträgen kam der einmütige Wille zum Ausdruck, aus der Geschichte zu lernen, sich nicht spalten zu lassen und den Verursachern von Faschismus und Krieg, die sich heute gern ein fortschrittliches Mäntelchen anzulegen suchen, rechtzeitig in den Arm zu fallen.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam moderiert von Anna Bartholome und Hartmut Hering als Vertreter der Aktionseinheit. In verschiedenen Beiträgen wurde angeprangert, dass heute, 73 Jahre nach dem faschistischen Überfall auf Polen, die historischen Lehren aus Faschismus und Eroberungskrieg von den Herrschenden längst wieder mit Füßen getreten werden. Deutsche Truppen sind, wie in Afghanistan, an der Unterdrückung von Völkern beteiligt, mit modernster Technik und Ausbildung werden reaktionäre Regimes wie in Weißrussland unterstützt, deutsche Spionageschiffe kreuzen im Mittelmeer, um das Eingreifen der westlichen Imperialisten in die zum Stellvertreterkrieg entartete bewaffnete Auseinandersetzung in Syrien zu unterstützen.

Die Vorsitzende des Verdi Frauenrats Gelsenkirchen, Petra Müller, wandte sich energisch gegen die Werbung für den Soldatinnen-Beruf an den Schulen und Ausbildungsstätten. Lothar Wickermann als Vertreter der VVN deckte den Zusammenhang zwischen der legalen, aus Steuergeldern finanzierten NPD und den mörderischen Umtrieben und Verbrechen des NS-Untergrunds auf und bekräftigte: „Für die VVN bleibt das NPD-Verbot auf der Tagesordnung“. Gerd Labatzki, ein erfahrener Küppersbusch-Arbeiter, Betriebsrat und IGM Vertrauensleute-Vorsitzender, appellierte an das gemeinsame Handeln gegen die militaristischen Verbrechen an der Jugend: „Wir haben nur einen Feind, das internationale Finanzkapital!“ Unverkennbar kamen in verschiedenen Reden aber auch pazifistische und parlamentarische Illusionen zum Ausdruck, so, wenn als wirkungsvollste Mittel gegen die faschistische Gefahr wissenschaftliche Aufklärung, effektive Polizeitätigkeit und die Verstärkung des Drucks auf die Parlamente genannt wurde. Im Beitrag von Toni Lenz, Kreisvorsitzender der MLPD wurde dagegen berichtet, dass mit der Gründung der ICOR, einem internationalen Zusammenschluss revolutionärer Organisationen und Parteien, eine bedeutende Schlussfolgerung gezogen wurde, um dem Imperialismus das Handwerk zu legen. Dauerhafter Frieden wird erst dann möglich sein, wenn es gelungen ist, die vereinigten sozialistischen Staaten der Welt aufzubauen. Eindrucksvolle Kulturbeiträge, u.a. vom Liedermacher Norbert Labatzki und der Songgruppe der Montagsdemo, trugen zur stimmungsvollen und solidarischen Atmosphäre bei.

Mit einem Demonstrationszug durch die Innenstadt hin zum Mahnmal, wo man mit Gedichten, vorgetragen von Bettina Peipe, und dem Lied „Moorsoldaten“ der Opfer des Hitlerfaschismus gedachte und Blumen niederlegte, wurde die Veranstaltung würdevoll beendet.

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