In Gelsenkirchen muss um jeden Arbeitsplatz gekämpft werden

Während die Merkel-Regierung von einer „positiven Arbeitsmarktentwicklung“, gar von einem „Jobwunder“ spricht, ist die Lage in Gelsenkirchen drastisch. Offiziell sind über 18 000 Arbeitslose gemeldet (14,6%) – als „arbeitssuchend“ wurden sogar über 28 000 angegeben, (über 25%!), was der realen Arbeitslosenzahl näher kommt. Hinter diesen Zahlen stehen schwierigste Lebensbedingungen für viele Familien in unserer Stadt.

In der Metallindustrie drohen aktuell weitere Entlassungen – 50-60 Arbeitsplätze sind bei der Schalker Eisenhütte in Gefahr (WAZ vom 5.9.); bei TRW in Schalke endet die Befristung von 64 Zeitarbeitern Ende September, und der Autozulieferer Dino Lasertechnik in Schalke hat Insolvenz angemeldet. Dazu der Arbeitsplatzabbau in der Solarindustrie, dem bei Scheuten Solar schon 90 Arbeitsplätze zum Opfer fielen. Und bei Schlecker, wo erst 20% der Frauen wieder eine Beschäftigung gefunden haben.

Von den bürgerlichen Parteien in Gelsenkirchen und Wohlfahrtsverbänden wurde ein „Gelsenkirchener Appell“ ins Spiel gebracht, mit dem 1000 Arbeitsplätze im sozialen Bereich für Langzeitarbeitslos entstehen sollen. Hieran kam bereits die Kritik, dass das wohl nur auf Kosten bestehender Arbeitsplätze und mit niedrigeren Löhnen erfolgen könnte. Nun konnte man der WAZ vom 30.8. entnehmen, dass es schwierig sei, überhaupt Fördermittel für den Aufruf zu bekommen.

Diese Situation ist ein Offenbarungseid der bürgerlichen Arbeitsmarktpolitik,“ meint Toni Lenz, Kreisvorsitzender der MLPD. „Wir Gelsenkirchener müssen wieder um jeden Arbeitsplatz kämpfen! Als 2004 die Opel-Arbeiter 7 Tage streikten, und in Gelsenkirchen kämpferische Aktionen, eine Menschenkette u.a. durchgeführt wurden, konnten Arbeitsplätze verteidigt werden. Daran müssen wir wieder anknüpfen!“

Eine wichtige Forderung dafür ist die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich. Denn die Arbeit muss auf mehr Schultern verteilt werden – und zwar auf Kosten der Profite der Unternehmer, und nicht auf dem Rücken der Arbeiter und Angestellten. So könnten tausende Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen werden.

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