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7.10.13 - Stauffenberg - in einer Reihe mit Opel und Outokumpu!

Solidaritätserklärung an die Belegschaft der Großbäckerei Stauffenberg:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wir sind empört über Eure Lage. Seit Monaten bekommt Ihr die Löhne immer wieder nur stückweise, der von August steht immer noch aus - jetzt meldet Ostendorf die Insolvenz an!

Mit der Ostendorf-Gruppe geht es ja nicht um einen mittelständischen Bäcker, der Absatz- und Geldprobleme hat. Den Ostendorfs gehören eine Reihe von Firmen und sie haben schon mehrere an die Wand gefahren, so "Müller-Brot" in Bayern und "Löwenbäcker" in Leipzig. "Müller-Brot" wollten sie letztes Jahr nach der Insolvenz zurückkaufen - aber mit 700 Kollegen weniger!

Darin unterscheidet sich Ostendorf nicht von Outokumpu und Opel, die derzeit die Arbeitsplätze der Kollegen in Bochum bedrohen. "Zusagen" von Outokumpu, die Produktion zumindest bis 2016 aufrecht zu erhalten, werden in den Wind geschlagen - jetzt soll bereits 2014 Schluss sein. Was zählen diesen Leuten schon Verträge? Was zählen ihnen die Zukunft der Arbeiter, Angestellten und ihrer Familien? Die Kollegen von Outokumpu haben ihnen letzte Woche mit der Abschaltung der Produktion schon mal die passende Antwort gegeben: Wir lassen uns im Ruhrgebiet nicht einfach zur Schlachtbank führen!

248 Arbeitsplätze in Gelsenkirchen, insgesamt 850 - das wäre ein harter Schlag auch für hunderte von Familien, für Jugendliche und Kinder. Das betrifft auch die ganze Region.

Wir erleben seit 2008 die tiefste Weltwirtschafts- und Finanzkrise des Kapitalismus. Sie ist bis heute nicht vorbei, auch wenn uns das die bürgerlichen Parteien und Medien bis zur Bundestagswahl so weis­machen wollten. Kaum sind die Wahlen vorbei, kommen die Angriffe auf die Arbeiter, die vorher mühsam zurückgehalten wurden, um Kämpfe zu vermeiden. Darauf gibt es unserer Meinung nach nur eine Ant­wort: die Arbeiter und ihre Familien müssen sich im ganzen Ruhrgebiet zusammenschließen und um je­den Arbeitsplatz kämpfen. Opelaner, Bergleute, Kollegen von Küppersbusch und Stauffenberg gemein­sam für die Arbeiteroffensive. Wir dürfen uns nicht der Profitlogik dieses Systems unterordnen. Die Ar­beiter produzieren soviel Reichtum - warum sollen sie sich mit einem System abfinden, das ihnen diesen Reichtum klaut und sie in die „Hartz-IV-Armut" stürzt? Es gibt hilfreiche konkrete Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit, wie die Durchsetzung der 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich. Es gibt aber auch eine grundsätzliche Alternative, die wir im echten Sozialismus sehen, wo die Arbeiter/innen nicht mehr ausgebeutet werden, sondern selbst Herren des Reichtums sind, den sie schaffen.

In Eurem Fall wird immer wieder von "weggebrochenen Aufträgen" geredet. Mag sein, dass die Ostendorfs weniger Profite machen und unter hohem Konkurrenzdruck stehen - Tatsache ist aber doch, dass bei Stauffenberg zwar eine halbe Schicht bei Schnittbrot wegfiel, dafür bei "BO-Ware" in der Regel an sieben Tage die Woche in drei Schichten produziert wird! "Absatzprobleme" sehen anders aus!

Seid wachsam: Insolvenzen werden gerne dazu genutzt, Löhne zu drücken oder ganze Bereiche sollen "outgesourced" werden. Diese "Überlegungen" hatte Ostendorf ja schon für die Fahrer ...

 

Wir möchten Euch darin bekräftigen, auf keinen Lohn und keinen Arbeitsplatz zu verzichten - es geht um die ganzen Familien und die Zukunft der Jugend.

Wir fordern mit Euch die sofortige Auszahlung der August-Löhne und pünktliche Auszahlung der September-Löhne diese Woche!

Ihr steht nicht allein, wenn Ihr Euch gezwungen seht, um Eure Zukunft zu kämpfen.

Wir stellen unser Knowhow aus einer Reihe von Kämpfen gerne zur Verfügung.

Wir sagen Euch zu, die Solidarität in den Stadtteilen und in anderen Betrieben zu organisieren.

Viel Erfolg!

 

Mit solidarischen Grüßen!

Christiane Link, Kreisvorsitzende

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